Der spätere Deutsch-Banker Ludwig Bamberger hatte die Revolution von 1848 "mit großer Leidenschaft" unterstützt - als Journalist und Agitator. Jahrzehnte später durfte sich der geläuterte ExLinke Spott anhören: "Oh Bamberger, weiland die keckste und schärfste Feder der hessischen Demokratie, wie alt und schwach bist du geworden, nachdem du beim Champagner des bitteren Pariser Exils soviel Geld als Bankier verdient! " Sein Champagnergeld schüttete Bamberger im Jahre 1870 über die Deutsche Bank aus. An seiner Seite fanden sich Privatbankiers und ihre industriellen Freunde. In gemieteten Räumen nahe der Prachtstraße "Unter den Linden" nahm die Deutsche Bank (DB) dann am 9. April des Jahres 1870 ihre Geschäfte auf. Protegiert wurde die neue Aktiengesellschaft durch Otto von Bismarck, damals noch Kanzler des Norddeutschen Bundes. "Da Bismarck die Banken und die Bankiers immer als Instrument der Politik gewertet hat, brauchte ihm niemand den politischen Nutzen und den funktionellen Sinn des Bankwesens zu erklären", schrieb DB-Historiker Fritz Seidenzahl zum 100. Geburtstag der Deutschen Bank.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.