Am 9. Februar rast das nationale Sponsorengeschäft in einen weiteren Durchlauf: Die Fußball-Bundesliga startet zur Rückrunde. Im Mittelpunkt des ökonomischen Interesses stehen dann wieder die Heldenbrüste der Spieler; mittlerweile gehören deren Bundesligatrikots zu den teuersten Werbeträgern im Lande. Bis zu sechs Millionen Mark zahlen Unternehmen allein dafür, daß ihr Logo auf einer erstklassigen Fußballerbrust prangt. Abnehmer sind allerdings vornehmlich Firmen aus den Niederungen der zweiten Business-Liga. Seit dem Sommer heißt der neue Hauptsponsor des traditionsreichen Hamburger Sport-Vereins Hyundai. Mit diesem Engagement verließ die bis dahin weithin unbekannte deutsche Autofiliale des koreanischen Mischkonzerns erstmals das geschäftliche Nichts. Oder die Firma Zehnder, Hauptsponsor der ehemaligen Überraschungsmannschaft aus Freiburg, ist zwar Marktführer bei "Sonderwärmekörpern", aber mit 570 Beschäftigten doch ein Mittelständler wie er im betriebswirtschaftlichen Lehrbuch steht. Wenigstens auf der blaugestreiften Dienstkluft des neubayerischen Megastars Jürgen Klinsmann prangt der weißliche Schriftzug eines Multis: Opel. Die Europafiliale von General Motors nutzt seit 1989 den Werbewert von Bayern München.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.