Ausgabe Mai 1997

Gentechnik: Märkte, Umsätze, Arbeitsplätze

Ob Arzneimittel oder Enzyme, Saatgut oder Gemüse - das Geschäft mit gentechnisch hergestellten bzw. veränderten Produkten nimmt mittlerweile Kontur an und ist im Pharmasektor keine Marginalie mehr.

Zwar mußten in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts in Umlauf gebrachte Prognosen, die zur Jahrtausendwende bereits weltweite Umsätze mit Produkten der neuen Biotechnologie jenseits der 100-Mrd.-Dollar-Schwelle vermuteten, 1) mittlerweile deutlich nach unten korrigiert werden. Im Jahr 2000 werden die entsprechenden Umsätze wohl eher um die 30-Mrd.-Dollar-Marke oszillieren und nach wie vor zu annähernd 90% im Pharmabereich erzielt werden. 2) Die Tatsache, daß sich die ökonomische Diffusion der neuen Biotechnologie erheblich langsamer und widersprüchlicher vollzieht, als dies ihre Promotoren noch vor wenigen Jahren erwarteten, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die kommerzielle Nutzung molekular- bzw. zellbiologischer Techniken und Verfahren längst nicht mehr auf die industrielle Forschung und Entwicklung beschränkt.

Mai 1997

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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