Ausgabe Oktober 1998

Außen- und sicherheitspolitische Auswirkungen der Asienkrise

Die Ereignisse, die seit dem Sommer 1997 unter dem Schlagwort "Asienkrise" 1) subsumiert werden können, haben bedeutende Auswirkungen auf die außen und sicherheitspolitische Lage im asiatisch-pazifischen Raum. Die Wirtschaftskrise führt auch in Asien zu einer Rückkehr des Primats der Politik. 2) Diese Entwicklungen, die als lokale Währungs- und Finanzkrise in Thailand ihren Ausgangspunkt hatten und sich schon bald zu einem regionalen Flächenbrand ausweiteten, sind noch lange nicht abgeschlossen. Selbst in den von Beginn an unmittelbar betroffenen Ländern - neben Thailand insbesondere Indonesien und Südkorea - schlägt die Währungs- und Finanzkrise erst jetzt voll auf die Realwirtschaft durch, mit allen damit verbundenen sozialen Folgen, wie z.B. Massenarbeitslosigkeit. Es bleibt abzuwarten, ob China, dessen Probleme denen der südostasiatischen Schwellenländer sehr gleichen, nicht auch noch von der Krise getroffen wird. Japan steht seit über sieben Jahren vor großen Strukturproblemen, die sich durch die Asienkrise noch weiter akzentuiert haben.

Aufgrund ihres unvergleichlich größeren Gewichts würden China und vor allem Japan ganz Ost- und Südostasien in einen erneuten wirtschaftlichen Abwärtsstrudel reißen, der auch Nordamerika und Europa erfassen würde.

Oktober 1998

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.