Ausgabe Juli 1999

Rußland einbinden

Vom Sinn und Zweck einer Simulation

Über die Rolle Rußlands im Kosovo-Konflikt gingen und gehen die Meinungen auseinander. Nach dem Ende des Krieges sagen manche Kommentatoren, Rußland habe sich eindrucksvoll in der Weltpolitik zurückgemeldet, seinen Status als Groß- oder gar Weltmacht neu begründet. Aus dem Lager der Kriegsgegner ist zu hören, Moskau habe sich als "Erfüllungsgehilfe" verdingt oder mißbrauchen lassen und das "Diktat des Westens" abgesegnet. Bundesaußenminister Fischer, Architekt der schließlich gelungenen Einbindung Rußlands, nannte das gemeinsame Vorgehen (am 11. Juni vor dem Bundestag) "zukunftsweisend" - den Dank an Jelzin, Tschernomyrdin und Iwanow verband er mit der mehrfachen Mahnung, Rußland solle nun eine "konstruktive Rolle" für den Frieden in Europa übernehmen. (Im Gegensatz zu vorher? In Erinnerung an die im Oktober 1998 nicht zustande gekommene Sicherheitsratsresolution kritisierte Fischer Moskau mit den Worten: "Hätte Rußland schon damals bedacht, welche Konsequenzen sein Verhalten haben würde, wären wir vermutlich schneller weitergekommen.

Juli 1999

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