Es war eine Szene wie aus einem Hollywoodstreifen. Der US-Präsident rief in der ersten großen Internet-Krise die nationale Computerelite zusammen: Ordensgeschmückte Offiziere, finstere Agenten und Computer-Hacker, die ihre Frisur offensichtlich seit Woodstock nicht geändert haben. Es sei "kein Pearl Harbor" gewesen, so Bill Clintons nicht wirklich auf Entwarnung angelegte Zusammenfassung am nächsten Tag. Medienwirksam wurde ein Milliarden-Dollar-Programm zur Erhöhung der Internet-Sicherheit versprochen. In Deutschland zog Innenminister Schily nach und verkündete den Aufbau einer "Internet Task Force" aus BKA, Innenministerium und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ein Schnellschuß, der weder der polizeilichen Praxis noch den Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird, aber die verstörte Öffentlichkeit zunächst beruhigen konnte. Was war geschehen? Zuerst wurde das Flaggschiff der Online-Branche versenkt: Der milliardenschwere Suchdienst Yahoo ging für einige Stunden aus dem Netz. Dann kamen andere führende E-Commercer an die Reihe, in einer Zwischenbilanz reklamierte die Branche einen Schaden von 1,2 Mrd. US-Dollar. Auch in den folgenden Wochen meldeten Firmen Angriffe, unter anderem ein Internet-Broker und Microsoft.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.