Ausgabe April 2000

Von Dolchstößen und Regenschirmen

Aus der Fabelwelt der Shareholder und Stakeholder

Wenn Sie zum Experimentieren neigen, habe ich einen Vorschlag: Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, in der Ihnen zugänglichen Fachwelt oder einfach "auf der Straße" erstens, was der Begriff Shareholder und zweitens, was der Begriff Stakeholder bedeutet. Wahrscheinlich werden Sie für den ersten Begriff eine mehr oder weniger zutreffende Erklärung erhalten, im zweiten Fall hingegen zumeist staunende Blicke ernten werden, weil Sie so ungewöhnliche Begriffe kennen. Vermeintlich Gewiefte unter den Probanden dürften pfeilgrad danebenhauen: "Stakeholder ist das Gegenteil von Shareholder." Das ist theoretisch gesehen blühender Unsinn, trifft aber den rhetorischen Stand der Diskussion (die unabhängig von der Kenntnis der Begriffe seit Jahren im Raum steht) ziemlich genau. Aus diesem - für semantische Kulissenschiebereien - produktiven Mißverständnis ergibt sich die Virulenz der weiter unten dokumentierten Mythen. Zunächst ist es sinnvoll, die Begriffe zu erläutern, bevor gezeigt wird, daß sich die Diskussion aus der Sphäre des Fachlichen längst entfernt hat.

Shareholder-Ansatz

In den frühen 80er Jahren etablierte sich der Shareholder-ValueAnsatz, der in erster Linie von Anatol Rappaport seit den 70er Jahren entwickelt wurde.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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