Ausgabe Januar 2001

Kontrollierte Zuwanderung

Möglichkeiten und Grenzen einer Quotierung

Es gibt kaum ein Thema in der Bundesrepublik Deutschland, das die Gemüter derart erhitzt, wie die Zuwanderung und das in diesem Zusammenhang geforderte Einwanderungsgesetz. Ausgelöst durch die Green-Card-Initiative der Bundesregierung, geht es im Kern der Debatte um die Steuerung der in die Bundesrepublik einreisenden Ausländer. Hierzu sollen Höchst- bzw. Teilquoten festgelegt werden, nach denen Asylbewerber, Familiennachzügler, Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge, Kontingentflüchtlinge, Konventionsflüchtlinge und Spätaussiedler, aber auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern gegeneinander verrechnet werden. Ziel dieser so genannten „kontrollierten“ Zuwanderung ist es, den hiesigen Fachkräftemangel auszugleichen und die zu erwartenden Probleme in der Rentenpolitik, die sich durch den Bevölkerungsrückgang ergeben, mittel- bis langfristig zu lösen. Gleichzeitig wird mit dem zu schaffenden Einwanderungsgesetz die Hoffnung verbunden, der von vielen als „ungeregelt“, ja „chaotisch“ empfundenen Zuwanderung in die Bundesrepublik endlich Einhalt zu gebieten. Als Vorbilder dienen dabei die klassischen Einwanderungsländer USA, Kanada und Australien.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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