Ausgabe Februar 2002

Hinter Mauer und Stacheldraht ?

Zukunftsszenarien des Palästinakonflikts

Mit Terror machte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) erstmals vor 30 Jahren weltweit von sich reden. Ein achtköpfiges Kommando des "Schwarzen September" überfiel in München die israelische Olympiamannschaft, tötete zwei Sportler und nahm weitere neun als Geisel. Die Forderungen: Freilassung von 243 palästinensischen Fedajin aus israelischen Gefängnissen sowie Entlassung von Ulrike Meinhof und Andreas Baader aus deutscher Haft. Die PLO brachte mit dieser Aktion den Palästinakonflikt gewissermaßen "zurück" nach Europa, von wo er einst mit der jüdischen Einwanderung in das "Land der Väter" seinen Ausgang genommen hatte. Bei dem Versuch der gewaltsamen Geiselbefreiung starben alle neun Geiseln, fünf der Terroristen und ein Polizeibeamter. 21 Jahre später erklärte der PLO-Vorsitzende Yassir Arafat für die palästinensische Nationalbewegung den Verzicht auf Gewalt im Befreiungskampf und bekannte sich zu einer Verhandlungslösung im Konflikt um Palästina. Doch sieben Jahre "Friedensprozess" bescherten den Palästinensern nur eine Teilautonomie im Westjordanland und Gazastreifen. Seit dem provokativen Gang Ariel Scharons auf den Jerusalemer Tempelberg/Haram al-Scharif sprechen im Konflikt um Palästina wieder die Waffen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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