Die "Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien" ist aus den Schlagzeilen der internationalen Medien verschwunden. Der kleine Vielvölkerstaat mit dem sperrigen Staatsnamen scheint aus europäischer Perspektive wieder in jener Obskurität versunken zu sein, aus welcher er zu Beginn des vergangenen Jahres plötzlich mit einem Donnerknall aufgetaucht war. Im Januar 2001 eskalierte die bereits länger andauernde Konfrontation zwischen Teilen der albanischen Bevölkerungsminderheit und den, von slawischen Mazedoniern dominierten, Sicherheitskräften. Erst im Frühsommer vergangenen Jahres gelang es der Regierung mit Hilfe umfangreicher Waffenlieferungen aus osteuropäischen Ländern die Offensive der Rebellen aufzuhalten. Bevor es jedoch zu einer militärischen Wende kommen konnte, erreichten die Vermittler der Europäischen Union und der NATO im August 2001 die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zur Verbesserung der Situation der albanischen Volksgruppe im Land, welches in eine Verfassungsreform und eine Amnestie für den Großteil der albanischen Kämpfer mündete. Eine internationale Friedenstruppe unter der Führung der NATO hatte die Aufgabe, die Rebellen zu entwaffnen und den Schutz der internationalen Beobachter sicherzustellen.
Es ist mehr als nur eine Zahl, es ist eine Mahnung: 8372 muslimische Jungen und Männer wurden am 11. Juli 1995 in Srebrenica, einem Ort im Osten Bosnien und Herzegowinas, getötet.