Ausgabe Juli 2002

Wenn Solidarität in Geiselhaft mündet

Über die Schwierigkeit

Seit dem Scheitern des Friedensprozesses in Camp David bestimmen wieder militärische Gewalt und Terror das Leben in Israel und Palästina. Eine politische Lösung scheint in weite Ferne gerückt. Hanno Loewy, Gründer des Frankfurter Fritz Bauer Instituts zur Erforschung und Dokumentation des Holocaust, sorgte vor einigen Wochen mit einer ungewöhnlichen Stellungnahme für Aufsehen. Angesichts eines Konflikts, in dem beide Seiten die Grenzen des Völkerrechts längst hinter sich gelassen hätten, gebe er sein "Rückkehrrecht" nach Israel und damit "die Fiktion einer angeborenen Zugehörigkeit zur israelischen Nation" auf. Kurz darauf beschäftigte der Antisemitismus-Streit um die FDP die Öffentlichkeit und verstärkte bei Juden in Deutschland das Gefühl, wieder auf gepackten Koffern zu sitzen. Die "Blätter"-Redaktion sprach mit Hanno Loewy über Solidarität mit Israelis und Palästinensern, deutsche Debatten und das jüdische Bedürfnis nach einem "sicheren Hafen". - D. Red.

"Blätter": Herr Loewy, Sie haben kürzlich symbolisch Ihr Rückkehrrecht nach Israel zurückgegeben. 1) Das hat Ihnen sicherlich nicht nur Beifall eingebracht.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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