Ausgabe Januar 2004

Ressourcenkonflikt im Kaukasus

Europa und das kaspische Öl

Seit Anfang der 90er Jahre gerät der zentralasiatische Raum immer stärker in den Fokus der großen Mächte. Der Grund hierfür liegt in den Energiereserven in und um das Kaspische Meer. Die genaue Größenordnung der Öl- und Gas-Vorkommen ist bisher zwar noch unbekannt. Schätzungen sorgen jedoch bereits heute bei potentiellen Abnehmern für leuchtende Augen. Schon wird die Region zusammen mit dem Persischen Golf als neue "Strategische Energieellipse" bezeichnet.1 In Europa ist von dieser Aufbruchsstimmung noch wenig zu spüren. Während Russland, die Vereinigten Staaten, China sowie die regionalen Anrainerstaaten bereits strategische Rivalitäten um Energieressourcen und Pipelinetrassen austragen, steht die EU bei diesem "New Great Game" im energiepolitischen Abseits.2 Es stellt sich also die Frage, ob der Region bei der europäischen Energieversorgung nicht größeres Gewicht beigemessen werden muss. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie die Versorgungssicherheit Europas in Zukunft geleistet werden kann.

Bereits seit Mitte der 90er Jahre nahm die Europäische Kommission mehrere Anläufe, um in den Mitgliedstaaten eine verstärkte Diskussion über die Energiesicherheit der Gemeinschaft in Gang zu setzen – ohne nennenswerten Erfolg.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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