Ausgabe Dezember 2005

Die Globalisierung des Hungers und das Menschenrecht auf Nahrung

Die jüngsten Zahlen der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) sind ernüchternd: Mindestens 852 Millionen Menschen leiden chronisch an Hunger. Zwar hatte sich der Welternährungsgipfel 1996 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren, und auch der Millenniumsgipfel der UNO wie der „Aktionsplan 2015“ der Bundesregierung versprachen – leicht abgeschwächt – immerhin eine Halbierung des Anteils der Hungernden an der Bevölkerung. Doch die hehren Beschlüsse im Kampf gegen den Hunger entfalten zu wenig Dynamik, der Kampf gegen den Hunger stagniert – gerade in der Zeit nach diesen Beschlüssen: Während in der ersten Hälfte der 90er Jahre ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, sind seit 1995 etwa 28 Millionen Menschen zusätzlich in die Hungerstatistik aufgerückt.1

Die Rhetorik der Hungerbekämpfung auf internationalen Konferenzen klingt angesichts dieser Entwicklung hohl und geradezu zynisch. Anstatt wirksame Schritte gegen den Hunger einzuleiten, konzentrieren sich die Regierungen lieber auf die Förderung der wirtschaftlichen Globalisierung, etwa durch die Welthandelsorganisation WTO. „Warum haben wir es erlaubt, dass Hunderte von Millionen Menschen Hunger leiden in einer Welt, die mehr als genug Nahrung für jede Frau, jeden Mann, jedes Kind produziert?“, fragt FAO-Generalsekretär Jacques Diouf.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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