Ausgabe Dezember 2005

Die Globalisierung des Hungers und das Menschenrecht auf Nahrung

Die jüngsten Zahlen der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) sind ernüchternd: Mindestens 852 Millionen Menschen leiden chronisch an Hunger. Zwar hatte sich der Welternährungsgipfel 1996 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren, und auch der Millenniumsgipfel der UNO wie der „Aktionsplan 2015“ der Bundesregierung versprachen – leicht abgeschwächt – immerhin eine Halbierung des Anteils der Hungernden an der Bevölkerung. Doch die hehren Beschlüsse im Kampf gegen den Hunger entfalten zu wenig Dynamik, der Kampf gegen den Hunger stagniert – gerade in der Zeit nach diesen Beschlüssen: Während in der ersten Hälfte der 90er Jahre ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, sind seit 1995 etwa 28 Millionen Menschen zusätzlich in die Hungerstatistik aufgerückt.1

Die Rhetorik der Hungerbekämpfung auf internationalen Konferenzen klingt angesichts dieser Entwicklung hohl und geradezu zynisch. Anstatt wirksame Schritte gegen den Hunger einzuleiten, konzentrieren sich die Regierungen lieber auf die Förderung der wirtschaftlichen Globalisierung, etwa durch die Welthandelsorganisation WTO. „Warum haben wir es erlaubt, dass Hunderte von Millionen Menschen Hunger leiden in einer Welt, die mehr als genug Nahrung für jede Frau, jeden Mann, jedes Kind produziert?“, fragt FAO-Generalsekretär Jacques Diouf.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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