Ausgabe März 2006

China vor dem Öko-Kollaps?

Es wäre eine eigene historische Untersuchung wert, einmal nachzuzeichnen, mit welchen Begründungen hierzulande immer wieder vor China gewarnt wird – und das mittlerweile seit weit über 100 Jahren. Offenkundig ängstigt die Fremdartigkeit der Kultur, die schiere Größe des Landes, die hohe Zahl seiner Bevölkerung, seit einiger Zeit nun auch der rasante wirtschaftliche Aufschwung. Zum anderen wird befürchtet, dass das Land einen immer größeren Anteil der natürlichen Ressourcen der Erde an sich binden, immer weiter steigende Mengen etwa an Kohlendioxid emittieren könnte, so dass die „Grenzen des Wachstums“ insgesamt sehr viel schneller erreicht werden könnten. Knappheitsprobleme sowohl bei nicht erneuerbaren Rohstoffen als auch bei der Fähigkeit der Umwelt, Schadstoffe aufzunehmen, treffen dann auch die Industrieländer.

In der Tat sind die wirtschaftlichen Wachstumsraten mit durchschnittlich acht Prozent in den letzten zehn Jahren exorbitant. Im Herbst 2005 hat China seine Wachstumsziffer für das Jahr 2004 – nach einer Korrektur der Berechnungsmethoden im Dienstleistungssektor – sogar mit 16,8 Prozent angegeben.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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