Ausgabe September 2006

Weltbank und Korruption

Korruption in der Entwicklungsfinanzierung ist ein Geschäft, das Millionen einbringt. Deshalb steht es auch auf der Tagesordnung der Weltbank-Jahresversammlung, die im September d.J. in Singapur stattfindet.

Jahrzehntelang hatte die Weltbank dieses Problem ignoriert. Erst vor zehn Jahren leitete der damalige Präsident James Wolfensohn eine Kehrtwendung ein, indem er das „Krebsübel der Korruption“ als wichtiges Hindernis der Entwicklung benannte.

Sein Nachfolger, der ehemalige Pentagon- Vize Paul Wolfowitz, hat sich ebenfalls die Korruptionsbekämpfung auf die Fahnen geschrieben. In seinem ersten Amtsjahr baute er die Korruptionsbekämpfungsstelle der Weltbank massiv aus und blockierte wegen Bestechungsvorwürfen Kredite für Projekte unter anderem in Bangladesch, Indien, Kenia und Tschad. „Damit wollen wir sicherstellen, dass die Mittel der Bank die Armen erreichen und nicht in den falschen Taschen landen“, erklärte der Bankpräsident.1

Der neue Elan der Weltbank bei der Korruptionsbekämpfung ist sicherlich begrüßenswert. Allerdings konzentriert er sich bisher weitgehend auf die Bestechung bei einzelnen Projekten. Das „Krebsübel“ reicht jedoch viel tiefer: Die Korruption „plündert Volkswirtschaften nicht nur; sie formt sie“, erklärt Peter Eigen, der Gründer von Transparency International und früherer Mitarbeiter der Weltbank.

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