Ausgabe Januar 2007

Interkulturelle Globalisierung

Für einen neuen Dialog der Kulturen

Vom Kampf der Kulturen bis zum Krieg der Zivilisationen – all jene Begriffe haben heute Konjunktur, die von einem für unausweichlich erklärten kulturellen Konflikt ausgehen. Demgegenüber kann von einem inspirierenden Dialog der Kulturen immer weniger die Rede sein. Das verweist auf eine erschreckende politische Phantasielosigkeit – wie auf das dringende Erfordernis, den interkulturellen Dialog neu auszurichten. Gefordert ist dabei eine Neuausrichtung im doppelten Sinne des Begriffes: Erstens gilt es, den Dialog inhaltlich neu zu orientieren, um ihn dann zweitens auf solcher, neuer Grundlage auch tatsächlich zu betreiben.

Interkulturelle Dialoge finden auf verschiedenen Ebenen statt: ganz hautnah im kommunalen Bereich, auf nationaler und natürlich auf globaler Ebene. Die folgenden Überlegungen beziehen sich auf den globalen Kontext – wohl wissend, dass zwischen allen Ebenen enge Wechselwirkungen bestehen, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in absehbarer Zukunft noch erheblich vertiefen werden, allein schon infolge von zunehmender Migration und politischen Machtverlagerungen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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