Ausgabe Januar 2007

Interkulturelle Globalisierung

Für einen neuen Dialog der Kulturen

Vom Kampf der Kulturen bis zum Krieg der Zivilisationen – all jene Begriffe haben heute Konjunktur, die von einem für unausweichlich erklärten kulturellen Konflikt ausgehen. Demgegenüber kann von einem inspirierenden Dialog der Kulturen immer weniger die Rede sein. Das verweist auf eine erschreckende politische Phantasielosigkeit – wie auf das dringende Erfordernis, den interkulturellen Dialog neu auszurichten. Gefordert ist dabei eine Neuausrichtung im doppelten Sinne des Begriffes: Erstens gilt es, den Dialog inhaltlich neu zu orientieren, um ihn dann zweitens auf solcher, neuer Grundlage auch tatsächlich zu betreiben.

Interkulturelle Dialoge finden auf verschiedenen Ebenen statt: ganz hautnah im kommunalen Bereich, auf nationaler und natürlich auf globaler Ebene. Die folgenden Überlegungen beziehen sich auf den globalen Kontext – wohl wissend, dass zwischen allen Ebenen enge Wechselwirkungen bestehen, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in absehbarer Zukunft noch erheblich vertiefen werden, allein schon infolge von zunehmender Migration und politischen Machtverlagerungen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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