Ausgabe Juli 2007

Der Kaukasus und das Kosovo-Phantom

Auf dem 19. EU-Russland-Gipfel, der am 17. und 18. Mai in Samara stattfand, wurde am Rande auch über das Kosovo gesprochen, obwohl eigentlich nicht viel zu besprechen war: Die internationale Kosovo-Politik ist gescheitert, die allgemeine Zukunftsprognose weitgehend pessimistisch.1 UN-Sicherheitsrat und Kontaktgruppe sind uneins über den Ahtisaari-Plan einer „kontrollierten Unabhängigkeit“ des Kosovo, und eine neue UN-Resolution zum Kosovo dürfte an einem Veto Russlands scheitern.

Denn Russlands Ablehnung der westlichen Pläne zum finalen Kosovo- Status ist eindeutig: Dass man die anerkannten Grenzen des souveränen Serbien gegen dessen Willen ändern will, lediglich „legitimiert“ durch eine „gewaltsame Einmischung von außen“, nämlich die NATO-Militäraktion vom Frühjahr 1999, bewog Präsident Wladimir Putin bereits im Januar dieses Jahres zu einer bemerkenswerten Analogie: „Das ist doch wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als drei, vier Herren mit dem Stift in der Hand die Welt und ganz Europa neu aufteilten.“

In Moskau kennt man die verheerenden Zustände im Kosovo, die durch jede Konzession in Sachen Unabhängigkeit eskalieren werden, zumal – so Pavel E.

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