Ausgabe September 2007

Nähe und Ferne

Das deutsch-amerikanische Verhältnis und die Zukunft des Westens

Worauf gründet sich heute eigentlich unser Verhältnis zu Amerika? Der Kalte Krieg ist lange vorbei, die Arroganz der einzig verbliebenen Weltmacht entfremdet, die Ablehnung der Politik des gegenwärtigen Präsidenten ist allgemein. Was verbindet uns noch mit dem problematisch gewordenen Land jenseits des Ozeans? Vielleicht helfen ein Blick in die Vergangenheit und ein Blick in die Zukunft.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt eine special relationship, eine Art Familienbeziehung, allerdings ganz anderer Art als die britisch-amerikanische. Die Bundesrepublik war ein Kind der Vereinigten Staaten (mit Patenschaft der Engländer und Franzosen). Sie wurde

nicht um ihrer selbst willen gegründet, sondern als amerikanische Bastion gegen den Osten, und die Westinsel Berlin existierte überhaupt nur, weil Washington es sich 1948 nicht leisten konnte, ein amerikanisch besetztes Territorium einem sowjetischen Gewaltakt zu überlassen.

40 Jahre lang beschützte Amerika seine Kinder, die Bindung der Bundesrepublik und noch mehr Westberlins an die USA ließ sich auf einen einfachen Begriff bringen: Sicherheit.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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