Ausgabe April 2008

Hartz-IV-Kombilohn

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und des wachsenden Volkseinkommens steigt auch die Zahl der Menschen, die von ihrem Arbeitseinkommen nicht leben können und auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen sind, immer weiter an. Erhielten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im August 2005 knapp 800 000 abhängig Beschäftigte aufstockendes Arbeitslosengeld II (ALG II), waren es im August 2007 annähernd 1,2 Millionen – eine Steigerung um 50 Prozent. Zusätzlich bezogen im August letzten Jahres auch knapp 80 000 Selbstständige aufstockendes ALG II.

Mehr als die Hälfte dieser „Aufstocker“ verdient maximal 400 Euro pro Monat; bei weiteren 17,5 Prozent von ihnen liegt der monatliche Bruttoverdienst zwischen 400 und 800 Euro, und rund 30,5 Prozent verdienen mehr als 800 Euro brutto im Monat.

Diese insgesamt fast 1,3 Millionen Erwerbstätigen, die ihren Lebensunterhalt mittels einer Kombination aus ihrem Arbeitsverdienst und ALG II bestreiten, erhalten also faktisch einen Kombilohn. Auch bei den 60 000 Familien mit insgesamt rund 150 000 Kindern (Stand: Mai 2007), die einen Kinderzuschlag bekommen, sowie bei den „Ein-Euro-Jobbern“ und faktisch auch bei den erwerbstätigen Wohngeldbeziehern handelt es sich um Kombilohn- Bezieher.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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