Ausgabe August 2008

Harmonie auf Chinesisch

Von der Klassen- zur Volkspartei eigenen Typs

Kaum ist die Fußball-Europameisterschaft vorbei, steht bereits das nächste große Sportereignis vor der Tür: Vom 8. bis zum 24. August finden in der chinesischen Hauptstadt Peking die 29. Olympischen Sommerspiele statt. Dann wird das Reich der Mitte wie nie zuvor im Licht der Weltöffentlichkeit stehen.

Bereits der Umgang mit den jüngsten Aufständen in Tibet hat den Eindruck bestätigt, dass sich das Land weiterhin auf einem autoritären Weg befindet. Auch wenn die Wahrnehmung Chinas als eines starren, reformunfähigen kommunistischen Regimes nicht den Tatsachen entspricht, handelt es sich bei der Volksrepublik nach wie vor um ein nicht-demokratisches System, in dem es keine wirkliche Gesetzesherrschaft, keine freien Wahlen und keine Oppositionsparteien gibt. Jedoch entwickelt sich die Volksrepublik seit Beginn der Wirtschaftsreformen im Jahr 1978 zu einer zunehmend offenen Gesellschaft – mit wachsender Partizipation und zunehmender Autonomie ihrer Bürger und einer größer werdenden rechtlichen Sicherheit.

Ausschlaggebend für diesen Transformationsprozess war die 1978 einsetzende Ökonomisierung der chinesischen Politik unter Deng Xiaoping. Nach den Verheerungen der maoistischen „Kulturrevolution“ galt es in erster Linie, die Wirtschaft des Landes wieder aufzubauen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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