Ausgabe Juli 2009

Neoliberalismus auf Japanisch

Inmitten der Weltwirtschaftskrise, in deren Verlauf sich Japan von einem vermeintlichen Zuschauer zu einem am schwersten getroffenen Opfer gewandelt hat, 1 bereiten sich die japanischen Parteien auf die in den nächsten Wochen anstehende Wahl zum Unterhaus vor.

Inmitten der Weltwirtschaftskrise, in deren Verlauf sich Japan von einem vermeintlichen Zuschauer zu einem am schwersten getroffenen Opfer gewandelt hat, 1 bereiten sich die japanischen Parteien auf die in den nächsten Wochen anstehende Wahl zum Unterhaus vor. Zum ersten Mal seit über 15 Jahren ist dabei die Mehrheit der in der Nachkriegszeit fast ununterbrochen regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) gefährdet. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen die Wirtschaftskrise und die anhaltende Kontroverse über die richtigen Gegenmaßnahmen. Erst zu Beginn dieses Jahrzehnts konnte die japanische Volkswirtschaft nach einer langjährigen Phase der Stagnation wieder ein bescheidenes Wirtschaftswachstum verzeichnen. Umso härter trifft nun die neuerliche Rezession das Land. Dabei droht das scheinbar sichere Finanzsystem Japans nicht nur an der spekulativen Aufwertung des Yen, sondern vor allem an der rückläufigen Produktion zu scheitern.

Die Wirtschaftskrise belastet in Japan, ähnlich wie in Deutschland, in erster Linie den Export.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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