Ausgabe April 2011

Feindbild Muslim

Antimuslimismus oder Islamophobie – eine Begriffsklärung

Die gegenwärtige Revolution in der arabischen Welt beeinflusst auch unseren Blick auf den Islam. Hatten sich viele seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 daran gewöhnt, die hiesigen Muslime primär unter dem Gesichtspunkt des islamischen Fundamentalismus zu betrachten, erhalten nun, angesichts der Revolutionen, all jene argumentative Unterstützung, die schon lange von einem Phänomen der ungerechtfertigten „Islamophobie“ sprechen.

Tatsächlich lässt sich in vielen westlichen Ländern eine Zunahme von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber Muslimen finden, wofür folgendes Ergebnis aus einer repräsentativen Umfrage von 2010 steht: Danach stimmten 58,4 Prozent der Befragten der Forderung „Für Muslime in Deutschland sollte die Religionsausübung erheblich eingeschränkt werden“ „voll und ganz“ oder „überwiegend“ zu.[1]

Um dieses gesellschaftliche Phänomen analytisch zu fassen, findet der Begriff „Islamophobie“ immer stärker Akzeptanz und Breitenwirkung. Man kann zwar noch nicht von einer offiziellen Anerkennung, aber sehr wohl von einer tendenziellen Etablierung sprechen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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