Ausgabe September 2013

Utopie statt Sachzwang

Was uns Robert Jungk auf den Weg geben kann

Die Zukunft hat schon begonnen“, das ist der Titel des Buches, mit dem Robert Jungk, der vor hundert Jahren geboren wurde, vor mehr als 60 Jahren berühmt geworden ist. Wir reiten auf einem Zeitpfeil, der uns aus unserer Herkunft in „dunkler“ Vergangenheit in unsere Gegenwart und dann in die „lichte“ Zukunft katapultiert. In der Vergangenheit wurden die Fakten geschaffen, die manchmal wie ein Bleigewicht das Leben und die Entscheidungen der Gegenwart erschweren. Vergangene Aktivitäten auf den scheinbar virtuellen Finanzmärkten erweisen sich in der Gegenwart als verlustreiche Fehler, die von zukünftigen Generationen auszubaden und zu korrigieren sind. In der internationalen Klimapolitik ist bis vor kurzem Bestandsschutz vereinbart worden, der sehr schön im Englischen als Grandfathering bezeichnet wird. Gemeint ist die Erlaubnis, die Reduktionsziele der Treibhausgase zu ignorieren und so viel CO2 in die Atmosphäre zu blasen wie unsere Großväter. Die Folge ist, dass in der „lichten Zukunft“ unsere Enkel im Treibhaus schwitzen werden. Die Zukunft hat also in der Tat schon begonnen, doch nicht immer bedeutet die Zukunft auch Fortschritt.

Der Zeitpfeil kann allerdings in eine andere Zukunft gelenkt werden, wenn wir es denn wollen.

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