Ausgabe März 2014

François Hollande: Angebotspolitik von links

Der französische Präsident François Hollande steht im eigenen Land wegen der miserablen Wirtschaftszahlen unter wachsendem Druck. Eine Kurswende kann dem Sozialisten nur mit einer „linken Angebotspolitik“ nach deutschem Vorbild gelingen, ist Henrik Uterwedde überzeugt.

Stürmische Zeiten in Frankreich: Das Land steckt in einer gleich mehrfachen Krise. Das Wirtschaftswachstum stagniert seit der Krise 2008/09, während die Arbeitslosigkeit auf das Rekordniveau von elf Prozent gestiegen ist. In den vergangenen zehn Jahren ist die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesunken und die Handelsbilanz in die roten Zahlen gerutscht, die industrielle Basis Frankreichs hat sich verengt. Dazu kommt die öffentliche Überschuldung: Trotz weiter gestiegener Steuer- und Abgabenlast können die öffentlichen Ausgaben für Staat, Gebietskörperschaften und Sozialversicherung nicht mehr finanziert werden. Die Staatsquote Frankreichs macht immerhin knapp 57 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, nach Dänemark der höchste Wert in Europa.

Wegen der Fülle an wirtschaftlichen Problemen wächst der Druck auf den sozialistischen Präsidenten François Hollande. Keine zwei Jahre nach seiner Wahl steht dieser mit dem Rücken zur Wand.

Derzeit tobt eine politische Auseinandersetzung über die Ursachen der Krise und ihre Bewältigung.

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