Ausgabe Juli 2014

Kolumbien: Frieden für den Freihandel?

Für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos war es bis zuletzt eine Zitterpartie: In einem regelrechten Wahlmarathon hatte das Lager seines rechtskonservativen Herausforderers Óscar Iván Zuluaga zunehmend an Stärke gewonnen. Zuerst etablierte sich dessen Partei Centro Democrático im Zuge der Parlamentswahlen im März als zweitstärkste Kraft im Senat, dann schlug Zuluaga Santos völlig überraschend im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl Ende Mai mit 29 zu 26 Prozent der Stimmen. Doch am Ende entschied sich die Mehrheit der Kolumbianer dennoch für Kontinuität: In einer Stichwahl Mitte Juni bestätigten sie den seit 2010 regierenden Santos mit 51 Prozent der Stimmen im Amt. Zuluaga, der das weit rechts stehende Lager um den Expräsidenten Álvaro Uribe Velez vertritt, erreichte lediglich 45 Prozent der Stimmen.

Mitentscheidend für den Sieg Santos‘, der der Partido Social de la Unidad Nacional angehört, war vor allem die Unterstützung des Mitte-Links-Lagers.

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?

von Ferdinand Muggenthaler

Anfang April veröffentlichte die »New York Times« eine Recherche über den Entscheidungsprozess, der zum US-Angriff auf Iran führte. Der Bericht bestätigt, was Donald Trump auch öffentlich immer wieder anklingen lässt: Die Militäraktion gegen Venezuela hat ihn motiviert.