Ausgabe September 2014

Öko-Apartheid, Teil III

Wasserkrieg oder Wasserfrieden

Die Erde besteht zu 70 Prozent aus Wasser, und wir könnten auf ewig mit ihm versorgt sein, denn es erneuert sich in einem ständigen Kreislauf. Speziell Indien ist ein Land, das sich durch besonders große Flüsse und in vielen Gegenden auch durch reichhaltigen Monsunregen auszeichnet. Dennoch sieht es sich mit einer ernsten Wasserkrise konfrontiert: Flüsse sterben, weil ihr Wasser eingedämmt und umgeleitet wird, Grundwasser verschwindet, weil die Vorkommen erschlossen werden. Heute herrschen in Indien extreme Wasserknappheit und -verschmutzung: Sie sind das Ergebnis der übermäßigen Wasserentnahme aus Grundwasserbeständen und Flüssen sowie der Verklappung von Abfall und Schadstoffen in unseren Flüssen und Gewässern.

Indien ist auch und vor allem das Land, durch das der Ganges fließt – Garhwal, wo sich die Quellflüsse Bhagirathi, Bhilangana, Mandakini und Alakananda zu dem Fluss vereinigen, auf den sich seit Menschengedenken unsere Kultur und Zivilisation, unsere Landwirtschaft und Wirtschaft stützen.

Diese Gegend im Himalaja wurde früher Dev Bhoomi genannt, heiliges Land Gottes; heute wird es als „Urja Pradesh“ beschrieben, das Land der Wasserkraft. Der Ganges wird jedoch auch an seiner eigenen Quelle bedroht, dem Gangotri-Gletscher, und zwar durch den Klimawandel, der zu einer Abnahme des Schneefalls führt und die Schneeschmelze beschleunigt.

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