Ausgabe Juli 2017

Israel: Kein Frieden ohne Sicherheit

In der Juni-Ausgabe der »Blätter« vertrat Heiko Flottau die Ansicht, der Sechstagekrieg habe nicht nur der fortwährenden Landnahme durch jüdische Siedler auf palästinensischem Territorium, sondern auch den stetig wiederkehrenden Kriegen im Nahen Osten den Boden geebnet. Doch diese Darstellung ist einseitig und ignoriert leichtfertig israelische Sicherheitsbedürfnisse, kritisiert vehement der Historiker Marcel Serr.

Heiko Flottau verkürzt die historischen Folgen des Sechstagekrieges auf ein einseitiges, antiisraelisches Zerrbild. Das beginnt schon bei seiner Darstellung von Israels Unabhängigkeitskrieg 1948. So stellt er fest, dass die Gründung Israels den Nahen Osten gewaltsam verändert habe, unterschlägt allerdings, dass es die arabischen Staaten waren, die den Krieg durch ihren Angriff vom Zaun brachen. Ihr Ziel war die territoriale Expansion: Ägypten eroberte den Gazastreifen und Jordanien das Westjordanland. Beide Länder dachten nicht daran, diese Gebiete den Palästinensern zu übergeben. Vielmehr unterdrückten sie deren nationale Bestrebungen ebenso wie deren wirtschaftliche Entwicklung.

Auch den Ausbruch des Sechstagekrieges skizziert Flottau irreführend. Er bezeichnet Israels Präventivschlag als „völkerrechtlich zweifelhaft“ – ohne den Angriffskrieg der Araber von 1948 als zweifellos völkerrechtswidrig zu benennen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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