Ausgabe März 2019

Die neue große Transformation

Bild: Suhrkamp

Vor 70 Jahren erschien eines der wichtigsten Bücher des vergangenen Jahrhunderts: „The Great Transformation“. Geschrieben wurde es von Karl Polanyi, einem der einflussreichsten Sozialwissenschaftler unserer Epoche. Bereits heute gilt das Werk als einer der Klassiker des 20. Jahrhunderts, vor allem aber hat es bis heute nichts an Aktualität verloren. Spätestens mit der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise avancierte Polanyi zu einem unverzichtbaren Bezugspunkt auch in der breiten öffentlichen Diskussion. Sehr viele, die dem neoliberalen Projekt sowie der antiliberalen Rechten kritisch gegenüberstehen, orientieren sich an seinen Schriften. So griff der Wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung Globale Umweltveränderungen explizit auf Polanyis Arbeiten zurück, um die Forderung eines neuen „Gesellschaftsvertrags für eine Große Transformation“ zur Begrenzung des Klimawandels zu stützen. Es war nicht zufällig, dass der UNCTAD-Handels und Entwicklungsbericht die aktuelle Situation „Polanyi-Periode“ taufte. Eine zunehmende Zahl von Konferenzen beschäftigt sich mit Karl Polanyis Analysen. Im Mai 2018 wurde in Wien die International Karl Polanyi Society gegründet.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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