Ausgabe Februar 2026

Düstere Dialektik

Über Meritokratie und Technofaschismus

Peter Thiel und andere Tech-Ideologen verachten Universitäten wegen ihrer Maßnahmen zur Förderung von benachteiligten Minderheiten. Es geht ihnen aber nicht nur darum, Menschen ausschließlich nach Leistung und IQ zu beurteilen. Letztlich ist für sie das vernunftbegabte Wesen Mensch bloßes biologisches Material, in das stets neu zu investieren ist, um schließlich einen »technologischen Übermenschen« zu schaffen.

Opake Zulassungsstandards haben Meritokratie und Exzellenz an vielen amerikanischen Universitäten verdrängt. Als Konsequenz wird qualifizierten Studierenden aufgrund subjektiver und oberflächlicher Kriterien die Möglichkeit zur Bildung verwehrt. Ohne Meritokratie sind die Campusse zu Brutstätten für Extremismus und Chaos geworden.« Diese Zeilen sind keinem rechten Blog oder Substack-Newsletter entnommen, der sich in die fantasielose Kritik an den zu »woken« Universitäten einzuschreiben sucht. Sie stammen aus einem Stellenangebot von einer der wichtigsten Firmen der Welt: Palantir Technologies. 

Das von Peter Thiel mitgegründete und aktuell wohl einflussreichste Unternehmen des Techsektors bewirbt damit sein »Meritocracy Fellowship«, eine Art Praktikumsprogramm, das unter dem Rubrum »College is broken«[1] seit April 2025 potenzielle Bewerber:innen davon zu überzeugen versucht, learning on the job dem Uniabschluss vorzuziehen, kurz: »Überspring die Schulden. Überspring die Indoktrinierung. Hol dir den Palantir-Abschluss.« Mit der Aussicht auf eine Vollanstellung will Palantir auf diese Weise »exzellente« Highschool-Absolvent:innen einladen, die gern technische Lösungen entwickeln, analytisch denken können, die neugierig und bereit sind, zu lernen und zu leisten, »zu führen und zu folgen«. Wer eine solch tendenziöse Wortwahl übersieht oder sich gar von dem nationalen Pathos oder der Rede, mit Palantir-Produkten »den Westen zu verteidigen«, inspiriert fühlt und dabei nicht zu verkopft ist, sondern gern praktisch wird, scheint für das »Meritocracy Fellowship« genau richtig. Denn während die ersten Bewerber:innen im April 2025 noch einen Scholastic Assessment Test (SAT)[2] von mindestens 1460 vorweisen mussten, schätzt man im »Herbstsemester« eher handfeste Fähigkeiten, wie die intime Kenntnis diverser Programmiersprachen zum »Bauen« von Software in der Fabrik, im Operationssaal oder auf dem Schlachtfeld[3] – alles nach Palantirs Credo: »Wir bauen, um zu dominieren.«[4]

Palantir hatte bereits seit 2011 mit dem Thiel-Fellowship bzw. der »Fetischisierung des Abbruchs«[5] um talentierte Studierende geworben, indem es ihnen knapp 100 000 US-Dollar pro Jahr bot, wenn sie die Uni schmissen. Nun setzt das Unternehmen also noch etwas früher an und wirkt noch zielstrebiger im War for Talents. Es ist damit ganz auf der Linie der Regierung Trump 2.0, die jüngst die Meritokratie zu den Kernprinzipien ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie erklärte, zu einem Antidot gegen »radikale Ideologien«, die »Kompetenz und Verdienst« in der Ausbildung junger Amerikaner:innen mittels DEI-Programmen (diversity, equity, inclusion) verdrängten und das Land unfähig zur Selbstverteidigung machten.[6] In ähnlichem Duktus wettert Palantir auf seiner Website gegen den »college-industriellen Komplex«, der »exzeptionelle Talente« konsequent übersehe.[7] Das »Meritocracy Fellowship« zeigt auf, wo die Nachwuchsförderung der sogenannten Tech Right ansetzt und wie dabei ein Narrativ genutzt wird, das weniger auf konkrete Leistungen denn auf eine spezifische Vision gesellschaftlicher Ordnung zielt – und das mit den etablierten Institutionen auch die Demokratie selbst infrage stellt. 

Meritokratie, ein schillernder Begriff 

Wer sich mit dem Begriff der Meritokratie auseinandersetzt, stolpert schnell über allerlei Missverhältnisse. Denn wird das Leistungsprinzip von den einen häufig mit den Attributen des Neutralen, Objektiven und Gerechten aufgeladen, erkennen die anderen in der Meritokratie einen Deckbegriff, der strukturelle Ungleichheiten und Privilegien verschleiert, sodass sie ihn wahlweise als »Mythos«[8], als »Ideologie«[9], als »Falle«[10] oder als Modus Operandi einer »Tyrannei«[11] Lügen strafen. Solche Spannungen stecken schon im Ursprung des Begriffs selbst.

Als Urheber des Neologismus, der sich aus meritum (lat. Verdienst) und κρατει˜ν (gr. herrschen) zusammensetzt, gilt Michael Young. Der britische Politiker und Soziologe schrieb mit »The Rise of Meritocracy« 1958 eine dystopische Science-Fiction-Satire, in der das Leistungsprinzip alles Ständische und Stehende verdampfen lässt. Die aristokratische Ordnung wird hier durch ein System ersetzt, das Macht, Wohlstand und Status als Resultat von Leistung bestimmt – definiert durch eine Formel, die sich aus Intelligenzquotient und Anstrengung zusammensetzt. Young schildert anschließend eine Gesellschaft, in der jede Fähigkeit von Kindesbeinen an evaluiert, jedes Talent bedingungslos getestet, gewichtet und gefördert wird, unabhängig von Herkunft, Klasse und Geschlecht. Was nach radikaler Chancengleichheit klingt, entwickelt schnell etwas Totalitäres, denn gesellschaftliche Positionen müssen nicht nur immer wieder durch kognitive Leistungen bewiesen und erkämpft werden, sondern Intelligenz und Leistung bestimmen systematische Ausschlusskriterien, die letztlich Ungleichheit legitimieren und naturalisieren. Wer – aus welchen Gründen auch immer – Einschränkungen erfährt, hat seine Chancen verwirkt, während die Eliten, so schildert es Young in seinem Gedankenexperiment, etwa mit dem Handel von Babys mit hohem IQ ihren Status sichern. So beschreibt der Autor eine gesellschaftliche Ordnung, in der sich die sozialen Klassen immer mehr unterscheiden und sich letztlich eine kognitive Elitenherrschaft etabliert, die alles, was dieser Hierarchie widerspricht, zu unterdrücken sucht.[12]

Youngs »The Rise of Meritocracy« wurde unterschiedlich rezipiert, hat den Begriff der Leistungsgesellschaft – trotz dystopischer Aussichten – popularisiert und scheint heute wieder neue (Diskurs-)Blüten zu treiben. Hatte der Brite seine Satire noch mit dem Aufstand gegen die Tyrannei der Leistung, dem gesellschaftlichen Zusammenbruch und dem Aufstieg von Populisten enden lassen, scheint sich heute eine gewisse Mischform zu entwickeln, die besonders im Denken und Handeln der selbsternannten IQ-Maschinen aus dem Silicon Valley anschaulich wird. Anna Wiener pointiert in ihrem Buch »Uncanny Valley«: »›Meritokratie‹ – ein Wort, das im Kontext einer Sozialsatire entstanden war und in voller Ernsthaftigkeit von einer Industrie übernommen wurde, die selbst die beste Karikatur dieses Begriffes sein könnte. Es war die Philosophie für Unternehmen, die mit der Anwendung von IQ-Tests auf Bewerber:innen und Angestellte kokettiert haben.«[13]

Mit IQ und Ketamin gegen den Wokismus

Den Figuren der Techbranche wird schon lange eine besondere Leistungsfähigkeit attestiert. Elon Musk, CEO von SpaceX und Tesla, bildet dabei eine Art Prototyp der Silicon-Valley-Elite. Der »special employee« der Propagandamaschine X kombiniert die Zuschreibung einer hohen Intelligenz – Trump nannte ihn ein »Individuum mit besonders hohem IQ«[14] – mit einer »extremely hardcore«[15] Arbeitseinstellung. Sieben Tage die Woche arbeiten, im Büro schlafen und die Einnahme von Ketamin zur Leistungssteigerung gehören für Musk genauso dazu wie eine Einstellung, die das College für »überbewertet«[16] und Amerika für zu »woke« hält. Durch Programme wie DEI, also Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit, sei das Land keine Meritokratie mehr. Die Institutionen und Unternehmen seien einem Denken anheimgefallen, das nicht nur »antizivilisatorisch«, »antiamerikanisch« und »unmenschlich«, sondern vor allem eines sei: »antimeritokratisch«.[17]

Als Alexandr Wang, CEO des KI-Unternehmens Scale AI, in einem von etlichen CEOs aus dem Silicon Valley geteilten Blog- und X-Post erklärte, sein Unternehmen würde nur nach den Prinzipien von MEI (merit, excellence, intelligence) Bewerber:innen einstellen, nennt Musk das natürlich »great!«.[18] Viele von Musks Wortmeldungen klingen wie ein Echo von Wang oder auch Young: »Ich glaube, wir sollten zu einem Fokus auf Leistung zurückkehren. Es sollte nicht wichtig sein, ob du ein Mann oder eine Frau bist, welcher Ethnie du angehörst oder was du glaubst. Was zählen sollte, ist, wie kompetent du bist und wie gut du deinen Job machst.«[19] Musk übt sich immer wieder in diversen Abwandlungen solch pseudoegalitärer Aussagen und zeigt einmal mehr auf, dass Leistung eine »Unschärfeformel«[20] ist, die einerseits dazu dienen kann, Kritik an Sexismus, Rassismus etc. zu üben, andererseits Diskriminierungen und Ungleichheiten zu rechtfertigen.[21] Für den CEO bestimmt sich Leistung letztlich nur als individueller Erfolg im kapitalistischen Ausscheidungswettbewerb. Dabei stilisiert er sich selbst gern zum Inbegriff des Meritokratischen: Alles, was seinen (Leistungs-)Willen zur Macht untergräbt, beschränkt oder behindert – seien es Gesetze oder mediale Kritik –, soll der Kettensäge anheimfallen.

Auch sein politisches Wirken begründete der mittlerweile ehemalige »first buddy« Trumps mit seinem Glauben an Leistungsprinzipien. Als Leiter des Department for Government Efficiency (DOGE) sägte er dann fast folgerichtig alles nieder, was mit den Insignien von DEI versehen war: Unzählige Initiativen, Programme, Jobs, Webseiten, Forschungsprogramme etc. wurden im Kampf für seine Idee von Meritokratie gelöscht.[22] In Musks spezieller Version eines libertären Autoritarismus: »Amerika erlangte in den vergangenen 150 Jahren deshalb seine Größe, weil es einer Meritokratie näher kam als irgendwer anderes auf der Erde. Ich werde bis zu meinem letzten Tropfen Blut kämpfen, um sicherzustellen, dass es das Land der Freiheit und der Möglichkeiten bleibt.«[23] Kurz: Make Merit Great Again. Der weniger laute, aber politisch noch einflussreichere Peter Thiel – er förderte u.a. JD Vance – hat, wie bereits sein »Fellowship« belegt, ein ähnliches, wenngleich komplexeres Verhältnis zur Meritokratie. Natürlich ist auch er so libertär wie antiwoke und kritisiert die staatlichen Institutionen von Schulen bis Universitäten, die, korrumpiert von den liberal-demokratischen Eliten, zwar definierten, was gesellschaftlich unter »Leistung« verstanden wird, deren Systeme aber Innovationen und technologische Entwicklungspotenziale zurückhielten – mit teils katastrophalen ökonomischen Folgen.[24] Für Thiel gibt es keine richtige Leistung im falschen System: Deswegen sucht er nach dem wirklich abseitigen Talent, den unerhörten, nonkonformen Stimmen, die aus dem universitären Raster gefallen sind. Wirklich Neues, glaubt der Mitgründer von Paypal, Palantir und frühere Investor von Facebook, schaffe nur der konsequente Regelbruch, die kreative Zerstörung, die Disruption überkommener Strukturen.

Thiels Buch »Zero to One« kann als Blaupause dieser Sichtweise gelten. Denn wer nicht nach Größerem, nach dem Monopol strebt, sich die Ecken, Kanten und rechten Winkel im Wettbewerb unter vermeintlich Gleichen zu sehr abschleift und das Spiel der anderen spielt, hat für Thiel längst verloren. Deswegen sucht er für Palantir und Co. die Ivy-League-Drop-Outs, sprich: die aus den Eliteuniversitäten Ausgeschiedenen, die unangepassten, nicht selten gekränkten, enttäuschten oder sich verkannt fühlenden Seelen, die sich umso vehementer in das Mantra vom Visionären, von den großen Leistungen verbeißen. Was Nick Clegg, vormaliger Politiker und Leiter der Unternehmenskommunikation von Meta Platforms, zuletzt im Silicon Valley als dauernde Selbstviktimisierung bzw. »Kombination von Machismus und Selbstmitleid«[25] kritisierte, ist für Thiel Humus für (asozialen) Ehrgeiz und damit ein Rekrutierungsversprechen: »Das Schicksal unserer Welt«, schrieb er schon in seinem berüchtigten Essay »The Education of a Libertarian«, »könnte von der Anstrengung einer einzelnen Person abhängen, die die Maschinerie der Freiheit aufbaut oder verbreitet.«[26]

Es gibt keine gesellschaftlichen, nur einzelne, individuelle Leistungen. Wer so denkt, für den sind die liberale Demokratie, der Wohlfahrtsstaat und der mit ihm verbundene Versuch, Chancengleichheit herzustellen, folgerichtig nur eine regressive Schwundform, ein Klotz am Bein des Fortschritts. Es ist also kaum verwunderlich, dass Thiel – auch bekannt für das Bonmot, Demokratie und Freiheit seien unvereinbar – nach Alternativen für die Vereinigten Staaten strebt und das System nicht nur von innen verändern[27], sondern es auch überwinden oder zumindest durchlöchern will. Hatte er in der Vergangenheit in das sogenannte Seasteading investiert, setzt er nun auf Homesteading. Gemeint sind von Regulierungen »befreite« Sonderwirtschaftszonen bzw. »Freedom Cities«, die es ermöglichen sollen, medizinische Experimente ohne Auflagen durchzuführen, autonome Autos ohne Regeln fahren und Kernreaktoren ohne staatliche Überwachung laufen zu lassen. So sollen neue libertäre »Leistungsspielräume« entstehen.[28]

Thiels Intimus und langjähriger Investorenkollege Marc Andreessen verfasste mit seinem »The Techno-Optimist Manifesto« die ideologische Vorlage für solche Projekte und benennt im Zeichen eines radikalen Technikdeterminismus Freund und Feind: »Unser Feind ist Antileistung, Antiehrgeiz, Antistrebsamkeit, Antierfolg, Antigroßartigkeit.« [29] Auch in diesem Kontext erscheint bei Musk, Thiel und vielen anderen der Silicon-Valley-Elite der Begriff der Leistung schließlich als eine antidemokratische Chiffre, als ein Kampfbegriff, der nicht nur den eigenen Status begründen soll, sondern auch den radikalen Umbau des Politischen und des Staates.

Absolutistische Ambitionen im Namen der Leistung

Die soziale und politische Ungleichheit der ständisch geprägten Gesellschaft fußte auf Herkunft. Das Bürgertum der Aufklärung griff mit seinen Werten der Freiheit und Gleichheit dieses statische Konstrukt an. Es ersetzte – so die Standarderzählung – das Geburtsprivileg durch Arbeit, Bildung und Leistung als vornehmliche Faktoren sozialer Positionierung. Auch heute noch wird dieses Verständnis weitestgehend geteilt, Leistung gilt als »Fundamentalnorm«[30], als grundlegendes soziales Ordnungsprinzip der Moderne, dem die meisten Bürger:innen fast intuitiv zustimmen. 

Interessant ist vor diesem Hintergrund nicht in erster Linie, dass dieses »Leistungsprinzip« immer ein unerfülltes oder scheinbar unerfüllbares Versprechen denn Realität war[31] und auch in heutigen »Leistungsgesellschaften« nach wie vor diverse nichtmeritokratische Faktoren– von der Herkunft bis zum Vermögen – die soziale (Im-)Mobilität beeinflussen, also die »Begleitmusik der Ungleichheit«[32] immer mitschwingt. Bemerkenswert ist vor allem, dass mit Thiel, Musk und Co. hier etwas ganz grundsätzlich ins Rutschen kommt: Mit ihrer Kritik an den liberal-demokratischen Eliten und einer funktionsunfähigen Meritokratie begründen sie ein düster-faschistoides Revival absolutistischer Ambitionen – eben im Namen der Leistung.

Über den Einfluss der sogenannten Dunklen Aufklärung, auch Neoreaktionäre Bewegung (NRx) genannt, und ihrer Vertreter Curtis Yarvin oder Nick Land, die mit ihrem Denken die rechtsautoritäre Wende von Silicon Valley und Staat unter Trump 2.0 inspirieren, ist viel geschrieben worden.[33] Was in den Schilderungen der dunklen Aufklärer um Land und Co. jedoch häufig unterbelichtet bleibt, ist die Suggestivkraft und fast schon intuitive Anschlussfähigkeit ihres antiegalitären Leistungsbegriffs, aus dem sich ihr antidemokratisches Denken speist. Während Thiel in diesem synkretistischen Konglomerat den Neoreaktionären wichtigen intellektuellen Input liefert, funktioniert Musk mehr als Lautsprecher, der mit X infrastrukturell abgesichertes, populistisches Sendungsbewusstsein verkörpert. 

Für die dunklen Aufklärer tragen die Demokratie und ihre Institutionen degenerative Züge, sind dysfunktional, schwach, ineffizient.[34] Yarvin, Studienabbrecher und Informatiker, in dessen Unternehmen Thiel und Andreessen investierten, beschreibt die Demokratie dabei als »progressiv« korrumpiert, nennt den Komplex von Behörden, Universitäten bis hin zu den Medien die »Kathedrale«. Es handele sich um ein ideologisch homogenes, dogmatisches System, das weniger auf wirkliche Leistungsmarker als auf den passfähigen Gleichklang der Konformität setze. Die liberal-demokratischen Gleichheitsprinzipien– auch hier deckt sich sein Denken mit den Thielschen Intuitionen – verhinderten wirklichen Fortschritt. Denn Menschen seien nicht gleich, das Leben nicht gerecht, die soziale Position nicht das Resultat unterschiedlicher individueller Voraussetzungen, Chancen und Möglichkeiten, sondern das schlichte Abbild des natürlichen Talents bzw. der kognitiven Leistungsfähigkeit (IQ). 

Obsessiv setzen sich die Neoreaktionären mit dem IQ als meritokratischer Selektionsformel auseinander, aus der für sie eine wissenschaftlich fundierte, kognitive bzw. natürliche Hierarchie resultiere – der Ideenhistoriker Quinn Slobodian spricht bei Yarvin auch von einem »IQ-Fetisch«[35]. Die Medienwissenschaftlerin Ana Teixera Pinto konstatiert nüchtern: »[S]ie erkennen einfach an, dass SES (sozioökonomischer Status) ein faires Maß für den Intelligenzquotienten ist und damit für Verdienst.«[36] Genau damit legitimieren die dunklen Aufklärer in sozialdarwinistischer Manier letzlich einen weiß-männlichen, patriarchalen Elitismus; einen biologistischen Antiegalitarismus, der mehr als nur Spuren von rassistischen bis eugenischen Theoremen in sich trägt.[37]

Das einstmals vernunftbegabte Wesen Mensch ist dabei bloßes Humankapital oder biologisches Material, in das, aufgrund der unentwegten technisch-wissenschaftlichen Entwicklung, stets neu zu investieren ist. Natürlich sind die Neoreaktionären auch Transhumanisten: Ihnen erscheint jede noch so fantastisch körperliche Aufrüstung, jedes Enhancement – von Genom-Editierung bis Mind-Uploading – notwendig, wenn es nur das Überwinden der trägen, tumben Masse – des menschlichen Körpers wie der Gesellschaft – verheißt. In den Worten Peter Thiels: »Wir wollen mehr als Cross-Dressing oder Geschlechtsumwandlung. Wir wollen, dass du dein Herz und deinen Geist und deinen ganzen Körper verändern kannst.«[38] Alles soll dabei auf Effizienz getrimmt, das krumme Holz computerisiert, kybernetisch vervollkommnet, zum, im Idiom Andreessens, »technologischen Übermenschen«[39] werden.

In einer Demokratie, so die These, würden solch freidrehenden Wünschen und Ansprüchen zu viele Grenzen gesetzt. Sie lege die Entwicklungspotenziale in Fesseln, sei dabei strukturell zu langsam, der parlamentarische Streit und Konsens dem erforderlichen Dezisionismus abträglich. Deswegen ist die Demokratie für Neoreaktionäre auch ein durch und durch schlechtes System, außerstande, eine wirklich leistungsfähige Regierung hervorzubringen, und müsse folgerichtig durch ein autoritäres, monarchistisches bzw. leistungsfähigeres Format, eine Art Staatsunternehmen ersetzt werden: Geführt von einem CEO-König, der nicht durch Wahlen, sondern ob seines IQs eingesetzt wird und die Geschäfte des Staates im Zeichen von Produktivität und Profitabilität führt.[40] Kapitalistischer Erfolg sticht die demokratische Stimme, Leistungskennzahlen Werte wie Gleichheit, Solidarität oder Gemeinwohl. In Yarvins Prosa klingt das dann so: »Unsere modernen demokratischen Wahlen sind ein extrem ärmlicher Ersatz für einen tatsächlichen Regimewechsel. Wie wir gesehen haben, steht die Demokratie zur Regierung wie ein grauer, schleimiger Krebs zu rosigem, gesunden Gewebe. Sie ist eine degenerierte, neoplastische Form.«[41]

Yarvins Überlegungen werden von Nick Land nochmals zugespitzt: Das Ideal dieses Vordenkers der Dunklen Aufklärung und des (effektiven) Akzelerationismus ist die bedingungslose Beschleunigung[42] der technischen Entwicklung, der Märkte, des Kapitals, der Effizienz. Der Verfall und Zusammenbruch der alten, demokratischen Moderne sei so unausweichlich wie notwendig, müsse in Tempo und Wucht noch beschleunigt werden, damit eine neue, technofeudalistische Ordnung entstehen könne. Dass das Leistungsethos »auch zerstörerische Energien« freisetzen kann, erklärten Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey in ihrem jüngsten Buch.[43] Bei den Neoreaktionären wirkt dieses Motiv wie eine Apotheose der Zerstörung, die die Demokratie genauso wie die Menschen selbst zu einer bloßen Übergangsform erklärt, zu lebenden Fossilien in einer unerbittlichen Transformation, wobei Technik als das Subjekt der Geschichte figuriert.

Kaum verwunderlich, dass die Neoreaktionären in ihrem Überlegenheitsdenken neben dem IQ auch von der Künstlichen Intelligenz fasziniert sind. Im technoiden Gestus schwanken sie dabei – je nach Stimmung und Mentalität – zwischen einem eskalierenden »Doomerism«,[44] in dem KI das Ende der Menschheit, die Zerstörung des Planeten bedeutet, und einer technooptimistischen Ekstase, die von ihren Effizienzgewinnen, gar einer neuen Aufklärung dank »Artificial General Intelligence« fabuliert. Jenseits dieser diskursiven Banalitätsspitzen liegen die realen Risiken der KI-Entwicklungen näher. Dan MacQuillan weist zu Recht auf die mögliche Beziehung zwischen KI und Faschismus hin: »Wir befinden uns an einer kritischen Wegscheide für KI, nicht nur, weil diese bestehende soziale Ungerechtigkeiten intensivieren kann, sondern weil aufstrebende politisch rechte Kräfte sie zu ihrem Vorteil ausnutzen könnten.«[45] Aus Möglichkeiten werden unter Trump 2.0 aktuell schnell Realitäten. So passt es ins Bild, dass just im April, als Palantir sein »Meritocracy Fellowship« aufsetzte, bekannt wurde, dass das Unternehmen die enge Zusammenarbeit mit dem ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) nochmals verstärkte. Palantir entwickelt für 30 Mio. US-Dollar eine KI-Architektur, ImmigrationOS genannt, die mittels biometrischer und Bewegungsdaten Einwander:innen aufspürt und so den Behörden – Stichwort: »AI-driven enforcement« – eine schnellere Verhaftung und Abschiebung ermöglicht. Oder in den Worten des Palantirchefs Alex Karp: »Schlechte Zeiten sind unglaublich gute Zeiten für Palantir.«[46]

Von der Meritokratie zum Technofaschismus

Das meritokratische Prinzip von Musk und Thiel lässt sich vor diesem Hintergrund nicht allein mit neoliberalem oder libertärem Denken verstehen. Es greift auf dunklere, radikalere Strömungen zurück und verschränkt Meritokratie, Technologie und Autoritarismus, die es als unerlässliche Drehmomente eines neuen Regimes denkt. In dieser Weltanschauung gilt Demokratie als Krankheit, Gleichheit als Lüge, Autorität als Konsequenz natürlicher, kognitiver (gefühlt verkannter) Überlegenheit und technologischer Fortschritt als letzter Zweck. So konturiert sich in der Dunklen Aufklärung – Youngs Dystopie wirkt, wie so häufig im Silicon Valley, als wirkmächtige Fehllektüre zwischen Tragödie und Farce – ein Technofaschismus; eine düstere Dialektik, die im Namen der Leistung die Errungenschaften der Moderne, darunter die liberale Demokratie, zu zerstören versucht.

So sind Palantirs »Meritocracy Fellowship« und die Fixierung auf das vermeintliche Chaos an den Universitäten kein Zufall. Hochschulen sind Orte demokratischer Praxis, Abbild gesellschaftlicher Kontroversen, von Kritik und Debatten, und versprechen zumindest die Möglichkeit sozialer Mobilität, wenngleich mit immer bescheidenerer Durchlässigkeit. Dass diese Institutionen auch inklusiver und vielfältiger werden, dass sie dabei gar die »Leistungen« vergangener wie gegenwärtiger Eliten hinterfragen und deren Statusbewusstsein kränken[47], scheint aus Sicht Thiels und Co. die natürliche Ordnung der Dinge zu bedrohen. 

Wenn Palantir also beklagt, die Universitäten seien »broken«, würden keine Talente fördern, keine Leistungen ermöglichen und in extremistischer Wokeness versinken, bedient dies einerseits ganz banal die rechten Talkingpoints eines verallgemeinerten Verfalls.[48] Andererseits verstecken sich auch konservative Abwehrreflexe hinter diesem vorgespielten Nihilismus. Denn während die CEOs den Abriss, die Zerstörung, die totale Disruption verlangen, tun sie dies vor allem, um den eigenen Status abzusichern, die eigene Machtposition zu konservieren: Alles muss sich verändern, damit die herrschen, die an der Macht sind. Dass Teile der Silicon-Valley-Elite so reagieren, war erwartbar. Es ist deswegen aber nicht weniger gefährlich. 

[1] Palantir Technologies, x.com, 11.4.2025.

[2] Der standardisierte SAT wird von dem amerikanischen College Board, einer Vereinigung nationaler Bildungsinstitutionen durchgeführt, um die Studierfähigkeit zu testen. Er ist kein IQ-Test, ist diesem aber in Aufbau und Struktur verwandt. Vgl. Nina Verheyen, Die Erfindung der Leistung, Berlin 2018, S. 80.

[3] Sämtliche Zitate des »Meritocracy Fellowships«, jobs.lever.co/palantir, April 2025 und November 2025.

[4] Werbeanzeige, Palantir Technologies, x.com, 14.4.2025.

[5] Adrian Daub, Was das Valley denken nennt, Berlin 2020, S. 32.

[6] Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika 2025, whitehouse.gov.

[7] Palantir, »Meritocracy Fellowship«, palantir.com.

[8] Michael Hartmann, Der Mythos der Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft, Frankfurt a. M. und New York 2002.

[9] Jason Stanley, How Propaganda Works, Princeton 2015, S. 216.

[10] Daniel Markovits, The Meritocracy Trap: How America’s Foundational Myth Feeds Inequality, Dismantles the Middle Class, and Devours the Elite, New York 2019.

[11] Michael Sandel, Vom Ende des Gemeinwohls, Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt, Berlin 2023 sowie ders., Wer reich und mächtig ist, ist gut. Die Tyrannei der Leistung und die Politik der Demütigung, in: »Blätter«, 2/2021, S. 71–80. Sandel leistet eine bestechende Kritik am Universitätssystem der USA. Während sich die Silicon-Valley-Elite über »Wokeness« beschwert, erklärt er, wie die Eliteuniversitäten dabei versagen, begabten, prekarisierten Amerikaner:innen die Türen des sozialen Aufstiegs zu öffnen.

[12] Michael Young, The Rise of the Meritocracy 1870–2033. An Essay on Education and Equality, London 1958.

[13] Anna Wiener, Uncanny Valley. A Memoir, London 2020, S. 182.

[14] Musk-Biograf Seth Abramson stellt derweil fest, dass es »null biografischen Beweis« dafür gäbe, dass Musks IQ höher sei als »zwischen 100 und 110«. Seth Abramson, x.com, 20.2.2025.

[15] Zoë Schiffer, Extremely Hardcore: Inside Elon Musk’s Twitter, London und New York 2024.

[16] Elon Musk, x.com, 20.10.2024.

[17] Ders., Atreju-Festival, 14.12.2023.

[18] Ders. auf X, 13.6.2024.

[19] Ders. auf X, 31.1.2025.

[20] Nina Verheyen, Die Erfindung der Leistung, Berlin 2018, S. 127.

[21] Vgl. Martin Mettin und Thomas Lux, Negative Anthropologie der Leistungsgesellschaft. Soziale Ungleichheit und die »Natur des Menschen«, in: »Paragrana«, 1/2025, S. 24.

[22] Vgl. Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff, Löschen als Regierungsprogramm: Musks Feldzug gegen das »Woke-Mind-Virus«, in: »Blätter«, 5/2025, S. 97-104.

[23] Elon Musk, x.com, 28.12.2024.

[24] Vgl. Tom Clynes, Peter Thiel’s Drop Out Army, in: »New York Times«, 4.6.2016.

[25] Nick Clegg, zit. nach Lisa O’Carroll und Gaby Hinsliff, Silicon Valley is full of wealthy men who think they’re victims, says Nick Clegg, in: »The Guardian«, 23.8.2025.

[26] Peter Thiel, The Education of a Libertarian, in: »Cato Unbound«, 4/2019.

[27] Man denke an die ehemaligen Angestellten Thiels – von JD Vance über den »AI and Crypto Czar« des Weißen Hauses, David Sacks, bis zum Mitgründer des Thiel-Fellowships, Jim O’Neill, der nun Deputy Secretary des Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. ist.

[28] Vgl. Vittoria Elliot, »Startup City« Groups Say They’re Meeting Trump Officials to Push for Deregulated »Freedom Cities«, in: »Wired«, 7.5.2025.

[29] »Our enemy is anti-merit, anti-ambition, anti-striving, anti-achievement, anti-greatness« in: Marc Andreessen, The Techno-Optimist Manifesto, a16z.com, 16.10.2023.

[30] Sighard Neckel, Kai Dröge und Irene Somm, Das umkämpfte Leistungsprinzip – Deutungskonflikte um die Legitimationen sozialer Ungleichheit, in: »WSI Mitteilungen«, 7/2005, S. 1.

[31] Vgl. Jonathan J.B. Mijs, The Unfulfillable Promise of Meritocracy: Three Lessons and their Implications for Justice in Education, in: »Social Justice Research«, 1/2026, S. 14–34.

[32] Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus, Berlin 2025, S. 111 sowie dies., Sehnsucht nach Zerstörung. Die Anziehungskraft des demokratischen Faschismus, in: »Blätter«, 11/2025, S. 43–53.

[33] Vgl. Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff, Politik der dunklen Aufklärung. Dark MAGA und die rechts-autoritäre Wende im Silicon Valley, in: »Mittelweg 36«, 5–6/2025, S. 71–91.

[34] Nick Land, Dunkle Aufklärung, in: ders., Okkultes Denken, Berlin 2023, S. 206.

[35] Quinn Slobodian, Maga’s sinister obsession with IQ is leading us towards an inhuman future, theguardian.com, 28.4.2025. 

[36] Ana Teixera Pinto, Artwashing – NRx und »Alt-Right«, in: »Texte zur Kunst«, 4.7.2017. 

[37] Vgl. Émile Torres, Digital Eugenics and the Extinction of Humanity, in: »Tech Policy Press«, 11.7.2025. Ähnliche Dynamiken lassen sich bei anderen ideologischen Strömungen beobachten, wie dem Longtermism. Nick Bostrom, Philosoph und Begründer dieser utilitaristischen Moralphilosophie – Elon Musk ist ein Anhänger –, hatte schon in den 1990er Jahren erklärt, dass er es für möglich halte, dass People of Color einen geringeren IQ haben als »mankind in general«. Vgl. Matthew Gault und Jordan Pearson, Prominent AI Philosopher and »Father« of Longtermism Sent Very Racist Email to a 90s Philosophy Listserv, in: »Vice«, 12.1.2023. 

[38] Peter Thiel, zit. nach Émile Torres, Digital Eugenics and the Extinction of Humanity, in: »Tech Policy Press«, 11.7.2025.

[39] Marc Andreessen, The Techno-Optimist Manifesto, a.a.O., 16.10.2023.

[40] Blaupause für diese Pläne: Vgl. Nick Land, »Dunkle Aufklärung«, in: ders., Okkultes Denken, herausgegeben und mit einem Korrespondenzessay von Dietmar Dath und Philipp Theisohn, Berlin 2023, S. 206–296.

[41] Curtis Yarvin unter Pseudonym Mensius Moldbug, An Open Letter to Open-Minded Progressives, unqualified-reservations.org, 10.7.2008.

[42] Vgl. Alex Konrad, Who Is @BasedBeffJezos, The Leader Of The Tech Elite’s »E/Acc« Movement?, in: »Forbes«, 1.12.2023.

[43] Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus, Berlin 2025, S. 100.

[44] Vgl. exemplarisch: Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, If Anyone Builds It, Everyone Dies. Why Superhuman AI Would Kill Us All, New York 2025. 

[45]Dan MacQuillan, Resisting AI: An Anti-fascist Approach to Artificial Intelligence, Bristol 2022, S. 97. 

[46]Alex Karp, zit. nach Mark O’Connell, The War App, in: »The New York Review of Books«, 25.9.2025.

[47]Gerade die Überlegenheitsideologie, nicht selten gepaart mit einem Gefühl der Kränkung ob des drohenden Verlusts des eigenen Status, motiviert zuverlässig faschistisches Denken. Vgl. Jason Stanley, Wie Faschismus funktioniert, Neu-Isenburg 2024, S. 103 ff. und 115 ff.

[48]Der Begriff des »Brokenism« ist gerade in der rechtskonservativen Sphäre besonders populär. Vgl. Oliver Wiseman, The »Everything Is Broken« Administration, in: »The Freepress«, 17.2.2025 sowie Alena Newhouse, Brokenism, in: »Tablet Magazine«, 21.11.2022.

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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