Ausgabe März 2026

Mileis Argentinien: Befeuerte Ausbeutung

Löscharbeiten gegen die Waldbrände in Chubut, im Süden Argentiniens, 2.2.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Bild: Löscharbeiten gegen die Waldbrände in Chubut, im Süden Argentiniens, 2.2.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Seit der »Anarchokapitalist« Javier Milei Präsident Argentiniens ist, sorgt er unter der Losung der »Unantastbarkeit des Privateigentums« für den Abbau sämtlicher Restriktionen für Eigentümer:innen. Wer Land, Unternehmen oder Immobilien besitzt, soll damit künftig machen können, was er oder sie will – sämtliche mühsam erkämpften Umwelt- und Sozialstandards will Milei abschaffen und insbesondere die Rechte indigener Gemeinden beschneiden. Sein Ziel ist es, Wachstum und Devisen zu generieren – durch den radikalen Ausverkauf der Ressourcen des Landes.

Im Dezember 2025 stellte Milei zu diesem Zweck ein Gesetzespaket vor, den sogenannten Mai-Pakt. Der Name verweist auf die Unabhängigkeit von Spanien im Mai 1810 und unterstreicht die Bedeutung, die die Regierung dem Pakt beimisst. In seinem Rahmen sollen im Laufe des Jahres 2026 »100 obsolete und nutzlose Gesetze« abgeschafft oder modifiziert werden. Erklärtes Ziel ist nichts weniger als eine umfassende Transformation der Gesellschaft in Richtung der uneingeschränkten Geltung von Privateigentum und unternehmerischer Freiheit1: »[Der Pakt] repräsentiert die Entscheidung, […] ein Land zu errichten, in dem Ordnung, wirtschaftliche Freiheit, der Respekt des Privateigentums und fiskalische Verantwortung Leitlinien und stabile Regeln sind«, heißt es in dem Gesetzespaket, das Milei sowie zahlreiche Provinzregierungen unterzeichnet haben. Erarbeitet wurde es vom sogenannten Mai-Rat.

»Blätter«-Ausgabe 3/2026

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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