Ausgabe März 2026

Kampf um Grönland: Trumps Golden Dome

Die Pituffik Space Base in Grönland, 4.10.2023 ( Thomas Traasdahl / IMAGO / Ritzau Scanpix)

Bild: Die Pituffik Space Base in Grönland, 4.10.2023 ( Thomas Traasdahl / IMAGO / Ritzau Scanpix)

Seit seinem ersten Amtsantritt hat US-Präsident Donald Trump immer wieder die Bedeutung Grönlands für die nationale Sicherheit der USA herausgestellt. Neben dem Anspruch, mit der größten Insel der Welt Amerikas Territorium zu vergrößern, zielt er auf Grönlands Rohstoffe und betont dessen Lage in der Arktis. Tatsächlich rückt die Polregion in den Fokus geopolitischer Interessen, auch durch die von Trump bestrittene globale Erwärmung, die den Zugang zu Ressourcen und Transportrouten künftig erleichtern wird. Die US-Verteidigungsstrategie von 2026 will »den militärischen und kommerziellen Zugang der USA in Schlüsselgebiete garantieren, von der Arktis bis Südamerika, insbesondere in Grönland, dem Golf von Amerika und dem Panamakanal«.1 Angesichts massiver Kritik durch Dänemark und andere Nato-Staaten bekräftigte Trump beim jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos, dass dies auch ohne eine gewaltsame Annexion Grönlands möglich sei. Bei seinem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wurde der Rahmen für ein künftiges Abkommen vereinbart, das den USA die Einrichtung neuer und die Übernahme bestehender Militärbasen in Grönland ermöglichen soll.

Grönland liegt zwischen den Nuklearmächten, und viele Flugrouten von Bombern und Atomraketen verlaufen über die Arktis; beides machte die Insel im Kalten Krieg zu einem Teil des Frühwarn- und Abwehrsystems der USA.

»Blätter«-Ausgabe 3/2026

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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