Ausgabe Juni 2026

Infantinos Imperium

Wie die FIFA demokratische Prinzipien aushebelt und Regierungen erpresst

FIFA-Präsident Gianni Infantino und Donald Trump mit dem Siegerpokal der Club-WM, 13.7.2025 (IMAGO / Ulrich Hufnagel)

Bild: FIFA-Präsident Gianni Infantino und Donald Trump mit dem Siegerpokal der Club-WM, 13.7.2025 (IMAGO / Ulrich Hufnagel)

Wenn im Juni bei der Fußball-WM der Männer der Ball rollt, dann profitiert davon maßgeblich der Weltfußballverband FIFA. Deren mächtiger Chef Gianni Infantino ließ im Vorfeld keine Gelegenheit aus, Donald Trump zu umschmeicheln - den Co-Gastgeber des Turniers. Besteht noch Hoffnung auf eine emanzipatorische Wende im Weltfußball?

FIFA goes Trump: Der Weltfußballverband, der ab dem 11. Juni seine Männer-Weltmeisterschaft in Nordamerika austrägt – vor allem in den USA und zu einem kleineren Teil in Mexiko und Kanada – nähert sich auch politisch dem US-Präsidenten und dem von ihm verkörperten Regime an. Dass FIFA-Präsident Gianni Infantino am »Friedensrat« von Donald Trump teilnimmt, ist nur ein Ausdruck davon. Auch bei dem im Oktober 2025 vom US-Präsidenten inszenierten »Gaza-Friedensgipfel« im ägyptischen Scharm El-Scheich war Infantino anwesend. Besonders augenfällig wurde die Nähe der FIFA zur gegenwärtigen US-Administration, als der FIFA-Präsident im Dezember 2025 Trump einen neu geschaffenen »FIFA-Friedenspreis – Fußball vereint die Welt« verlieh. »Sie können immer auf meine Unterstützung zählen, Herr Präsident, auf die Unterstützung der gesamten Fußballgemeinschaft«, führte Infantino dort aus.

Die häufigste Interpretation des Gebarens des FIFA-Präsidenten lautet: Hier biedert sich jemand aufs Peinlichste an.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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