Ausgabe Juli 2026

Zentralafrika: Ebola in Zeiten des Krieges

 Eine Leiche wird von Gesundheitsbeamten in Schutzanzügen beigesetzt, Bunia, Demokratische Republik Kongo, 13.6.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Bild: Eine Leiche wird von Gesundheitsbeamten in Schutzanzügen beigesetzt, Bunia, Demokratische Republik Kongo, 13.6.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Als der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Ghebreyesus, am letzten Maiwochenende das Epizentrum des derzeitigen Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo besuchte, war dies ein verzweifelter Akt. Zum einen versicherte er den Kongolesen in der vom Krieg gebeutelten Region: »Ihr seid nicht allein. Wir sind hier, wir stehen euch bei, und wir werden das gemeinsam durchstehen.«1 Zum anderen rief er zu einem Waffenstillstand auf: »Wir können kein Vertrauen in der Gemeinschaft aufbauen und die Kranken nicht isolieren, während Bomben fallen.«2 

Denn der Kongo hat nicht in erster Linie ein Ebola-Problem, vielmehr hat die Ebola-Bekämpfung ein Kongo-Problem. Anders als bei den vergangenen Ausbrüchen in Afrika ereignet sich der aktuelle nun inmitten eines Kriegsgebiets – und dies verändert die Ausgangsbedingungen grundlegend. Es ist mittlerweile der 17. Ebola-Ausbruch in der jüngeren Geschichte des Kongos und der erweiterten Region. Der letzte war im Kongo erst im Dezember des vergangenen Jahres als beendet erklärt worden. Der letzte Ausbruch im Nachbarland Uganda galt im April 2025 als eingedämmt. Die Regierungen von Uganda und Kongo haben daher in der Ebola-Bekämpfung viel Erfahrung und zeigen sich zuversichtlich, dass sich auch dieser Ausbruch eindämmen lässt. 

Dennoch hat die WHO den Ausbruch Mitte Mai offiziell als internationale Gesundheitsnotlage eingestuft.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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