Ausgabe Mai 1991

Bismarck-Renaissance

"Furcht vor Preußen?" fragte die Ostberliner Historikerin und Preußen-Forscherin Ingrid Mittenzwei in der Januarausgabe der "Blätter". Der folgende Beitrag des Bremer Historikers Lothar Wieland beleuchtet die aktuelle Wiederbelebung Bismarcks, die so gut zum neuen Deutschland zu passen scheint. Seine Bewertung der Berliner Bismarck-Ausstellung und des zweiten Bandes der Bismarck-Biographie von Ernst Engelberg stellen eine implizite Antwort auch an Ingrid Mittenzweis Beitrag dar. Zu den historischpolitischen Parallelen und Differenzen zwischen 1871 und 1990 vgl. auch den Beitrag von Klaus Naumann, Wenn die Deutschen Staaten gründen. Ein Vergleich aus gegebenem Anlaß, im Oktoberheft 1990 der "Blätter". D. Red.

Was bedeuten heute auch dem gebildeten und sozusagen politisch interessierten Deutschen die Namen Rottek und Welcker und manches tapferen Schwaben; was die gefeierten Größen der Paulskirche? Was lebt noch im Volksgeiste von all den Männern aus der Zeit der Reichsgründung? Versunken und vergessen; samt und sonders erdrückt von dem einen Namen: Bismarck! 1) Es ist wieder modern geworden, von Bismarck zu sprechen 2).

Mai 1991

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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