In El Salvador zeichnet sich nach zehn Jahren heftiger Kämpfe eine politische Lösung zur Beendigung des Krieges ab, der seit 1981 über 70 000 Menschenleben forderte. Weitere 7000 Personen gelten als "verschwunden" und mehr als 1 Million Menschen - von 5,5 Millionen Einwohnern - mußten ihre Herkunftsorte aufgrund massiver Armeeattacken verlassen. Die USA investierten von 1980 bis 1990 offiziell 4,2 Mrd. Dollar an Wirtschafts- und Militärhilfe, um den Sturz der befreundeten Regimes zu verhindern und die Aufständischen militärisch zu schlagen. Mittlerweile hat sich jedoch sowohl bei der Befreiungsbewegung "Farabundo Marti" (FMLN), als auch bei den USA und der ultrarechten Regierung El Salvadors die Einsicht durchgesetzt, daß keine Seite die jeweils andere militärisch besiegen kann. Um dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten und der weiteren Zerstörung des einst am weitesten entwickelten Landes in Mittelamerika Einhalt zu gebieten, ist ein von beiden Seiten akzeptiertes, umfassendes politisches Abkommen erforderlich. Nach einem Jahr harter Verhandlungen einigten sich am 27. April Regierung und Guerilla in Mexico-City auf Reformen, die den Weg für Waffenstillstandsgespräche öffnen.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.