Ausgabe Oktober 1991

Die sowjetische Wirtschaft im Spannungsfeld nationaler Konflikte

Der Niederschlagung des Moskauer Augustputsches folgte - als spezifischer Ausdruck des Aufschwungs der demokratischen Volksbewegung - eine geradezu eruptive Welle von Souveränitätserklärungen der Mehrzahl der Republiken und von Bekundungen ihres Austritts aus der Union. Darin offenbarte sich eine entscheidende Besonderheit der gesellschaftlichen Transformationsprozesse in der Sowjetunion: Die Schaffung marktwirtschaftlicher und demokratischer Bedingungen ist untrennbar mit der Befriedigung des Souveränitätsstrebens der verschiedenen Nationen, also mit dem Schicksal der Union als Vielvölkerstaat, mit der Neugestaltung der Beziehungen zwischen der zentralen Ebene der Union und den Republiken wie auch den autonomen Republiken und Gebieten innerhalb der Unionsrepubliken verbunden.

Schon jetzt zeigt sich, daß dies ein Problemknäuel ist, das in seiner Dimension und Vielschichtigkeit noch kaum überschaut werden kann.

Oktober 1991

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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