Ausgabe März 1992

Friedensvertrag für El Salvador

Am 1. Februar trat in El Salvador ein Waffenstillstand in Kraft. Die ultrarechte ARENA-Regierung, die Armee und die Befreiungsbewegung "Farabundo Marti" (FMLN) hatten nach 12 Jahren Krieg am 16. Januar in Mexiko-Stadt unter Vermittlung der Vereinten Nationen einen Friedensvertrag unterzeichnet. Die UNO, die mehrere hundert zivile und militärische Beobachter vor Ort hat, wird dessen Umsetzung in allen Phasen verifizieren. Dazu vereinbarte man ein detailliertes Kalendarium 1).

Nun beginnt eine neunmonatige, sehr dynamische Übergangsphase, der "bewaffnete Friede", in der beide Seiten ihre Waffen behalten. Bis Ende Oktober sollen wichtige Schritte bei der vereinbarten Säuberung und Reduzierung der Streitkräfte und beim Aufbau einer neuen "zivilen Nationalpolizei" (PNC) unter Beteiligung von Ex-Kombattanten der Guerilla abgeschlossen sein. Zwischen dem 15. und 31. Oktober 1992 soll, sofern alles nach Plan läuft, die Befreiungsbewegung ihre militärischen Kräfte vollständig demobilisieren und ihre Waffen unter UNO-Aufsicht zerstören.

Krise, Krieg und Dialog

Die gesellschaftliche Krise erreichte in El Salvador einen ersten Höhepunkt, als am 15. Oktober 1979, drei Monate nach dem Sieg der Sandinisten, "junge Offiziere" unter den Auspizien der USA in einem Staatsstreich die Macht übernahmen.

März 1992

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema