Ausgabe Mai 1992

Europa danach

Außen- und Sicherheitspolitik nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Wiederaufstieg Deutschlands (II)

Im Aprilheft der "Blätter" haben zahlreiche Expertinnen und Experten versucht, anhand von zehn bewußt zugespitzten Fragen das im Umbruch befindliche außen- und sicherheitspolitische Gefüge Europas zu sichten, Probleme und Perspektiven zu skizzieren (vgl. "Blätter", 4/1992, S. 405-425). Diese Umfrage beschließen wir mit den nachstehenden Stellungnahmen von Ernst-Otto Czempiel, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Frankfurt und Forschungsgruppenleiter der Hessischen Stiftung für Friedensund Konfliktforschung; Marian Dobrosielski, ehemals stellvertretender polnischer Außenminister; Valentin Falin, langjähriger Botschafter der Sowjetunion in Bonn; Luigi Vittorio Ferraris, vormals Botschafter Italiens in der Bundesrepublik und heute Staatsrat, Hochschullehrer und Publizist; Peter Glotz, SPD-Bundestagsabgeordneter und Publizist; Christian Hacke, Professor für Politikwissenschaft an der Bundeswehr-Hochschule in Hamburg; Charles S. Maier, Professor für Geschichte am Center for European Studies der Harvard University in Cambridge/Massachusetts; Andrei S. Markovits, Professor für Politische Wissenschaft an der Boston University und Senior Fellow am Center for European Studies der Harvard University, sowie Michael Stürmer, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen. D. Red.

Mai 1992

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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