Ausgabe Oktober 1992

Ich glaube, dass das Jahr 1969 erst 1998 wiederkommt

Die SPD und die Aussichten einer politischen Wende (Blätter-Gespräch)

Nach dem Treffen ein er 16köpfigen Koordinierungsgruppen "Sofortprogramm/Deutschland 2000" am 21./22. August 1992 auf dem Petersberg bei Bonn stellte Björn Engholm den ersten Entwurf eines SPD-Sofortprogramms vor, in dem die SPD in der Asylpolitik und in Fragen des Einsatzes der Bundeswehr ihre Bereitschaft signalisierte, eine von der Regierungskoalition seit langem geforderte Änderung des Grundgesetzes mitzutragen. In modifizierter Form hat sich der SPD-Parteivorstand auf einer Tagung in Bad Salzuflen am 12./13. September 1992 den Entwurf zu eigen gemacht (bei 9 Gegenstimmen) und gleichzeitig einen Sonderparteitag für den 16./17. November 1992 nach Bonn einberufen. Die sozialdemokratischen Kritiker dieses politischen Kurswechsels bewerten ebenso wie ein Teil der Öffentlichkeit die "Petersberger Empfehlungen" als Schritt in Richtung einer Großen Koalition. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht einer sich immer heftiger manifestierenden deutschen Einheitskrise sprachen die

"Blätter" mit dem Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Bundesgeschäftsführer der SPD Peter Glotz über Perspektiven der innenpolitischen Entwicklung und über (nicht nur auf das Wahljahr 1994) bezogene Aussichten und Möglichkeiten einer politischen Wende in der Bundesrepublik. Das Gespräch führten Karl D. Bredthauer und Arthur Heinrich, D. Red.

Oktober 1992

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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