Ausgabe April 1994

Autobahntransit durch Naturschutzgebiete?

Großprojekte des Bundesverkehrswegeplanes in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt weist bereits seit längerem die höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland auf. Wesentliche Ursachen für diese Situation sind in der historisch gewachsenen Industriestruktur (Chemie, Maschinenbau) und der Bevölkerungsentwicklung zu sehen. Standorte der chemischen Industrie wie Bitterfeld/Wolfen und Halle/Merseburg sind heute Industriebrachen. Altlasten und fehlende Finanzierungskonzepte für ihre Beseitigung lassen die Ansiedlung neuer Unternehmen eher zögerlich erfolgen. Hinzu kommt, daß die zentrale Lage dieses Bundeslandes die Abwanderung jüngerer Arbeitskräfte in die alten Bundesländer begünstigt. Es fragt sich, ob die Realisierung von verkehrstechnischen Großprojekten, wie sie im vorrangigen Bedarf des Ersten Gesamtdeutschen Verkehrswegeplanes (VWPL) enthalten sind, die geschilderte Situation ändern kann. Das wäre nur dann der Fall, wenn gleichzeitig nachweislich positive Effekte für die Unternehmensansiedlung und für die Lebensbedingungen der Menschen in der Region erzielt werden könnten.

"Die Bundesverkehrswegeplanung (BVWP) verfolgt das übergeordnete Ziel, die Wohlfahrt der Bevölkerung zu verbessern.

April 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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