Als das Großdeutsche Reich endlich besiegt war und die halbe Welt voller Verachtung auf eine Nation blickte, die die Schuld ungeheuerlicher Verbrechen auf sich geladen hatte, suchten diejenigen, in deren Namen diese Verbrechen begangen worden waren, um die Schande zu mindern, nach den Strohhalmen, mit deren Hilfe sie hofften, sich ins Reich der Moral retten zu können. Es mußte doch noch etwas anderes gegeben haben als den Jubel über die braune Diktatur oder die gehorsame Unterwerfung unter deren Bedingungen, nicht nur den Staat der braunen Batallione, der Gestapo und der Waffen-SS, sondern ein anderes Deutschland, ein besseres Deutschland, bessere Deutsche eben. Die hat es in der Tat gegeben, vor allem in der Emigration, aber auch mitten im Lande der Unmenschlichkeit. Systemgegner, Widerständler, Verweigerer. Nur Kommunisten durften sie nicht gewesen sein, möglichst auch keine Einzeltäter wie Georg Elser oder der unglückliche Schweizer Bavaud, dem kalt war in Brandenburg. Die wurden so schnell vergessen oder übersehen wie der gesamte proletarische Widerstand. Es wurde alles reduziert auf die Geschwister Scholl und die Offiziere des 20. Juli, die ein elendes Ende gefunden hatten.
Das Jahr 1976 entpuppte sich als Krisenjahr für die DDR-Regierung, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte. Schon vor der Ausbürgerung Wolf Biermanns sorgte der Feuertod des Pfarrers Oskar Brüsewitz für Unruhe.