Ausgabe Februar 1995

Multimedia - Von der Telematik zur elektronischen Medien-Integration

1. Multimedia auf digitalen Autobahnen

Die weltweiten Umwälzungen in den Sektoren der Informations- und Kommunikationstechnik, der Unterhaltungsindustrie und der Massenmedien haben einen Namen: "Multimedia". Mit diesem Begriff verbinden sich oft geradezu euphorische Visionen und Erwartungen. Multimediale Kommunikation auf digitalen Autobahnen soll, so heißt es beispielsweise im Aktionsprogramm der Clinton/Gore-Regierung der USA, "eine Informationsrevolution auslösen, die ein für allemal die Art und Weise ändern wird, wie Menschen leben, arbeiten und miteinander umgehen". Ähnliche Prognosen sind derzeit allerorten zu lesen und zu hören.

Ob die Vision eines Volkes von "Bildschirmhockern" Wirklichkeit wird, das Produktion und Konsumtion am Glasfaseranschluß in der Wohnung erledigt, die elektronisch bestellten und bezahlten Waren und Dienstleistungen an der Haustür entgegennimmt, die Wohnung nur noch zum Joggen und zur selten gewordenen "Nahkommunikation" verläßt, ob Verkehrsstaus sich per Teleworking von selbst auflösen und alle sich in einer grenzenlosen, "demokratischen Informationsgesellschaft" wiederfinden, ist so oder anders Gegenstand multimedialer Spekulationen. Viele reden von Multimedia, aber trotz der inflationären Verwendung des Begriffs gibt es noch keine aussagekräftige Definition oder Umschreibung.

Februar 1995

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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