Ausgabe Oktober 1995

Die Entstehung des Endverbrauchers

Aus der Geschichte der Konsumanlagen

Die Ladenöffnungszeiten sind wieder in der Diskussion (vgl. den Kommentar von Christoph Wagner in diesem Heft). Die Forderung nach "Liberalisierung" stützt sich unter anderem auf das Versprechen überdurchschnittlicher Innovationen im Einzelhandel. Mit historischen Aspekten befaßt sich der folgende Beitrag: Der Autor zeichnet die Entwicklung der Konsumstätten nach - vom Marktplatz zu postmodernen Anlagen des "erlebnisorientierten" Einkaufs. - D. Red.

Wer vor der industriellen und der Französischen Revolution einkaufen ging, der hatte unabweisliche Bedürfnisse zu befriedigen: was immer er kaufte, es diente der Reproduktion der Arbeitskraft, dem Erhalt des Lebens. Trat der Käufer in einen Laden, so betrat er ihn in der Absicht und mit der Verpflichtung, etwas zu erwerben, das der Händler feilbot: Rohwaren und Halbfabrikate wie Lebensmittel, Stoffe, Leder, Knöpfe oder Garne. Komplexere Gebrauchsgegenstände wie Kleidungsstücke, Möbel oder Waffen fertigten Handwerker nach Maß auf Bestellung an, sofern sie nicht in der eigenen Familie hergestellt wurden.

In Manufakturen erzeugte Artikel wie Arbeitsgeräte, Porzellan, Uhren oder Patentmedizin wurden auf Wochen- und Jahrmärkten verhökert. Und stets wurde um den Preis gefeilscht.

Oktober 1995

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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