Ausgabe Oktober 1995

Die Entstehung des Endverbrauchers

Aus der Geschichte der Konsumanlagen

Die Ladenöffnungszeiten sind wieder in der Diskussion (vgl. den Kommentar von Christoph Wagner in diesem Heft). Die Forderung nach "Liberalisierung" stützt sich unter anderem auf das Versprechen überdurchschnittlicher Innovationen im Einzelhandel. Mit historischen Aspekten befaßt sich der folgende Beitrag: Der Autor zeichnet die Entwicklung der Konsumstätten nach - vom Marktplatz zu postmodernen Anlagen des "erlebnisorientierten" Einkaufs. - D. Red.

Wer vor der industriellen und der Französischen Revolution einkaufen ging, der hatte unabweisliche Bedürfnisse zu befriedigen: was immer er kaufte, es diente der Reproduktion der Arbeitskraft, dem Erhalt des Lebens. Trat der Käufer in einen Laden, so betrat er ihn in der Absicht und mit der Verpflichtung, etwas zu erwerben, das der Händler feilbot: Rohwaren und Halbfabrikate wie Lebensmittel, Stoffe, Leder, Knöpfe oder Garne. Komplexere Gebrauchsgegenstände wie Kleidungsstücke, Möbel oder Waffen fertigten Handwerker nach Maß auf Bestellung an, sofern sie nicht in der eigenen Familie hergestellt wurden.

In Manufakturen erzeugte Artikel wie Arbeitsgeräte, Porzellan, Uhren oder Patentmedizin wurden auf Wochen- und Jahrmärkten verhökert. Und stets wurde um den Preis gefeilscht.

Oktober 1995

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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