Nach wie vor ist die Umweltsituation in den Transformationsländern äußerst problematisch. Die ökologischen Altlasten sind bei weitem nicht beseitigt - so gibt es allein in Polen 27 ausgewiesene ökologische Notstandsgebiete, vor allem als Folge von Brennstoff- und Energieerzeugung. Dabei muß die Umweltpolitik dieser Länder wie kein anderer Politikbereich Kompromisse zwischen verschiedenen Forderungen und Erwartungen schließen, die oft miteinander in Konflikt stehen. Budgetrestriktionen, die Kürzung von Subventionen und die Bekämpfung der Inflation bringen es mit sich, daß die umweltpolitischen Vorhaben mit anderen Reformzielen in einen scharfen Wettbewerb um knappe Mittel treten müssen. Unter diesen Bedingungen kann eine nachhaltige Entwicklung nur in Form von pragmatischen Ansätzen zur Lösung aktueller Probleme in Angriff genommen werden.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.