Ausgabe April 2000

Primaries: Im Westen nichts Neues

Am Super Tuesday, dem 7. März 2000, sind die Würfel für den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gefallen: Nach einem Jahr turbulenter politischer und personeller Auseinandersetzungen innerhalb der Demokraten und Republikaner finden sich beide Parteien wieder am Ausgangspunkt ihrer strategischen Überlegungen bei jenen beiden Kandidaten Al Gore und George Walker Bush, die die größten Chancen haben, für ihre jeweilige Partei am 7. November um das höchste Amt der Vereinigten Staaten zu konkurrieren. Doch seit Beginn des Vorwahlkampfes, den sogenannten primaries, Ende Januar, seitdem also die Wähler in den wichtigsten und bevölkerungsreichsten Staaten der USA schon einmal ein erstes Stimmungsbild abgeben konnten, sieht für beide Präsidentschafts-Kandidaten die Welt anders aus.

Der seit acht Jahren amtierende Vize-Präsident Al Gore, der lange in der Wählergunst weit hinter seinem republikanischen Herausforderer Bush zurücklag, hat beträchtlich aufgeholt. Er schlug seinen schärfsten innerparteilichen Konkurrenten, den einstigen Basketball-Spieler und ehemaligen Senator von New Jersey, Bill Bradley, in jedem Bundesstaat, der zur Abstimmung stand, so klar aus dem Rennen, daß dieser noch in der Wahlnacht des "Superdienstags" - so genannt, weil in 16 Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt wurde - prompt aufgab.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema