Ausgabe April 2000

Zur Logik des militärischen Humanismus

Zu den prominentesten Kritikern des NATO-Verhaltens im Fall Kosovo gehört Noam Chomsky. Schon im vergangenen Sommer hatte der Querdenker vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter dem Titel "New Military Humanism: Lessons of Kosovo" eine zornige Abrechnung vorgelegt. In diesen Tagen erscheint das Buch in französischer Übersetzung bei Page Deux (CP 34, CH 1000 Lausanne 20). Das Nachwort nutzte Chomsky jetzt zu einem Rückblick auf die Begründungsmuster der NATO-Operation "Allied Force ", deren Logik er in minuziöser Auseinandersetzung mit den seither dokumentierten Fakten seziert. Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers veröffentlichen wir, in eigener Übersetzung, eine kürzere deutsche Version. - D. Red.

Nachdem die Wogen sich geglättet haben, sollte es eigentlich möglich sein, unaufgeregt Rückschau auf den Kosovokrieg der NATO zu halten.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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