Ausgabe Juni 2000

Schröders Kalter Krieg

"La guerra fredda di Schröder". Das ist italienisch - aber für uns ist es ein böhmisches Dorf. "Schröders kalter Krieg" überschrieb der italienische " Manifesto" einen Artikel, der sich mit angeblichen "Opfern des Kalten Krieges" in Westdeutschland beschäftigt. Der Bremer Rechtsanwalt Heinrich Hannover hatte den Bundeskanzler aufgefordert, diese doch meist irgendwie kommunistischen "Opfer zu rehabilitieren und zu entschädigen". Und nun regt sich der Publizist Erich Kuby, der bereits vor vielen Jahren aus Deutschland nach Italien emigriert ist, in seiner Medienkolumne für die Berliner Ost-West-Wochenzeitung "Freitag" darüber auf, daß er über einen versuchten Briefwechsel des Bremer Rechtsanwalts mit dem Bundeskanzler zwar aus der italienischen Presse erfahren, nichts aber in den deutschen Zeitungen gelesen habe. *) Und wenn, was soll daran befremdlich sein?

Hannover hat in seinem Brief an den Bundeskanzler einen völlig unangebrachten Ton angeschlagen. "Werter Gerhard Schröder, schrieb er da, "ich denke, Du wirst Dich an mich aus gemeinsamer" - gemeinsamer! - "Verteidigertätigkeit in politischen Strafsachen und auch sonst erinnern".

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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