Ausgabe Juni 2001

IWF und Weltbank unter Bush

Die jüngsten internationalen Treffen zur Politik der multilateralen Finanzierungsagenturen, an der Spitze Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank, haben widersprüchliche Signale ausgesandt. Einerseits wurde die Bereitschaft zu weiteren Entschuldungsaktivitäten und zu entschiedeneren Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Aids, Malaria und anderen Volkskrankheiten erklärt; auch wurde angekündigt, die bisherige exzessive Praxis der Konditionierung der Kreditpolitik einer Überprüfung unterziehen zu wollen. Auf der anderen Seite aber wurde vor allem auf Druck der neuen amerikanischen Administration eine schärfere Gangart im Sinne rigiderer Verfahren sowohl bei der Schnürung von Krisenpaketen als auch bei der Entschuldung der armen Länder angekündigt, mit dem Schwerpunkt auf politische Reformen im Sinne von good governance als Vorbedingung für weitere Unterstützung.

Während einerseits die Notwendigkeit betont wurde, den Nehmerländern mehr ownership an den Reformprogrammen einzuräumen, fördert andererseits die US-Administration gleich zeitig engere Vorgaben für deren politischen Gehalt. Dies scheint Horst Köhler, den geschäftsführenden Direktor des IWF, veranlasst zu haben, in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, 4.5.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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