Ausgabe Juli 2001

Friede den Landschaften!

Impressionen und Phantasien zur politischen Geographie Ostdeutschlands

"Abriss-Hochhaus Albert-Einstein-Straße 1-5. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Freistaates Sachsen und der Bundesanstalt für Arbeit gefördert. Entwurfsverfasser..." Das Schild steht vor einer der großen, jetzt leer gezogenen Wohnscheiben mitten in der Neustadt von Hoyerswerda, gleich neben der Lausitzhalle. Wie es an dieser Stelle demnächst aussehen wird, kann man ein paar Meter weiter, am Markt, besichtigen. Dort ließ die städtische Wohnungsbaugesellschaft vor kurzem einen baugleichen Wohnblock abreißen; seither klafft in dem weiträumigen Geviert eine gespenstische Lücke. "Freier Blick aufs Mittelmeer!", hieß die verrückte Forderung aus einem Stück von Dario Fo; soll sie ausgerechnet in der Lausitz Wirklichkeit werden? Aber was heißt hier "verrückt"? Gleich den städtebaulichen Realitäten übt auch die administrative Semantik im Osten Deutschlands den Kopfstand. "Projekt", "Entwurf", dabei denkt man gemeinhin an etwas Konstruktives, Schöpferisches, Neues. In Hoyerswerda denkt man offenbar anders. Hier scheint die schöpferische Arbeit darin zu bestehen, destruktive Akte als Aufbauwerke zu drapieren. Und nicht nur hier.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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