Ausgabe Januar 2002

Der Import menschlicher embryonaler Stammzellen

Plädoyer für das Moratorium

Der Nationale Ethikrat hat am 29. November 2001 eine Stellungnahme zum Import menschlicher embryonaler Stammzellen für Forschungszwecke abgegeben. 14 Mitglieder votierten für eine befristete Freigabe des Imports, wenn auch mit mehreren einschränkenden Bedingungen. Neun Mitglieder votierten für ein Moratorium von drei Jahren. Ich gehöre dem Gremium an, war aber bei der Sitzung dringend verhindert, so daß ich nicht abgestimmt habe. Ich möchte aber nicht verbergen, daß ich es für nicht ratsam halte, jetzt mit dem Import von menschlichen embryonalen Stammzellen zu beginnen, bevor der Gesetzgeber dazu eindeutig Stellung bezogen hat.

Zur Debatte stand zunächst keine Grundsatzentscheidung, sondern eine Stellungnahme zu dem Antrag einer Bonner Forschergruppe an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, für das Projekt einer Versuchsserie mit menschlichen embryonalen Stammzellen finanzielle Förderung zu erhalten. Einzelheiten eines solchen Versuchsantrags werden von der DFG erst bekanntgegeben, wenn die Förderung erfolgt. Das geschieht generell zum Schutz der wissenschaftlichen Ideen von Antragstellern vor vorzeitiger Veröffentlichung und hat nichts mit dem konkreten Fall zu tun.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

25 Jahre Nine Eleven

von Ronald Ofteringer

25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem von den USA ausgerufenen »War on Terror« sind dschihadistische Gruppen Teil eines expandierenden Konfliktgeschehens, während das Instrumentarium des Antiterrorkriegs weiter Anwendung findet, auch über die Terrorbekämpfung hinaus – als Bestandteil einer neuen globalen Sicherheitskultur des »Rechts des Stärkeren«.

Der Genozid-Vorwurf gegen Israel und die deutsche Verantwortung

von Albrecht von Lucke

Von den zahlreichen Kriegs- und Krisenbrennpunkten der Gegenwart, von der Ukraine über Iran bis zum Sudan, erregt wohl keiner so sehr die Gemüter wie der Israel-Palästina-Konflikt. Und fast immer taucht dabei der Vorwurf des »Genozids« gegenüber Israel auf.